Esther Bejarano, survivor of the extermination camp Auschwitz and member of the honorary presidium of the FIR died

10. Juli 2021

On July 10, 2021, we received the sad news that Esther Bejarano, survivor of the Auschwitz death camp and active for decades in the anti-fascist movement in Germany, honorary chair of the German VVN-BdA passed away at the age of 96 after a short serious illness. We are affected and saddened.

In its obituary, the VVN-BdA describes Esther Bejarano as a woman of great determination and almost unbelievable élan, whom many of us were able to experience on the big stage until the end. She last sat on our small stage in Hamburg’s Gängeviertel on May 8 and told of her liberation on May 3, 1945 by soldiers of the Red Army and the U.S. Army, who arrived shortly after each other in the small town of Lübsz. Esther had found shelter there with some friends from the Ravensbrück concentration camp after escaping the death march together.

Unforgotten is her May 8 petition, which was supported by over 150,000 people. « May 8 must become a holiday! A day to celebrate the liberation of humanity from the Nazi regime. This is overdue for seven decades. Moreover, perhaps helps to finally understand that May 8, 1945 was the day of liberation, the defeat of the Nazi regime. May 8 would then be an opportunity to reflect on the great hopes of humanity: on freedom, equality, brotherhood – and sisterhood. »

The FIR Congress in Reggio Emilia appointed her as a member of the honorary presidium with the following reason: « We appreciate your decades of active work in the ranks of the VVN-BdA, as a tireless contemporary witness and as an anti-fascist artist. Especially your intensive work with the younger generations and your involvement in the political disputes of the present are exemplary for all of us. »

Now the tireless « contemporary witness » against forgetting historical fascism and trivializing neo-fascism, admonisher and fighter for human rights, peace and a solidary society has passed away.

The FIR expresses its deepest condolences to the children of Esther Bejarano, her comrades-in-arms in the VVN-BdA, in the German and International Auschwitz Committee and all anti-fascists connected with her.

Esther Bejarano, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz und Mitglied im Ehrenpräsidium der FIR verstorben

10. Juli 2021

,

Am 10. Juli 2021 erreichte uns die traurige Nachricht, dass Esther Bejarano, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz und seit Jahrzehnten in der antifaschistischen Bewegung in Hamburg tätig, Ehrenvorsitzende der deutschen VVN-BdA im Alter von 96 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Wir sind betroffen und traurig.

Die VVN-BdA beschreibt in ihrem Nachruf Esther Bejarano als eine Frau von großer Entschiedenheit und geradezu unglaublichem Elan, die viele von uns noch bis vor kurzem auf der großen Bühne erleben durften. Zuletzt saß sie am 8. Mai auf unserer kleinen Bühne im Hamburger Gängeviertel und erzählte von ihrer Befreiung am 3. Mai 1945 durch Soldaten der Roten Armee und der US-Armee, die kurz nacheinander in der kleinen Stadt Lübsz eintrafen. Dort hatte Esther mit einigen Freundinnen aus dem KZ Ravensbrück Unterschlupf gefunden, nachdem sie gemeinsam dem Todesmarsch entflohen waren.

Unvergessen ist ihre Petition zum 8. Mai, die von über 150.000 Menschen unterstützt wurde. „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“

Der FIR-Kongress in Reggio Emilia ernannte sie zum Mitglied des Ehrenpräsidiums mit folgender Begründung: „Wir würdigen Deine jahrzehntelange aktive Arbeit in den Reihen der VVN-BdA, als unermüdliche Zeitzeugin und als antifaschistische Künstlerin. Gerade Deine intensive Arbeit mit den jungen Generationen und Dein Einmischen in die politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart sind beispielhaft für uns alle.“

Nun ist die unermüdliche „Zeitzeugin“ gegen Vergessen des historischen Faschismus und Verharmlosen des Neofaschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen.

Die FIR spricht den Kindern von Esther Bejarano, ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern in der VVN-BdA, im deutschen und Internationalen Auschwitz-Komitee und allen mit ihr verbundenen Antifaschisten ihr tiefempfundenes Beileid aus.

Gedenkorte der FIR – Dokumentation erschienen

5. Juli 2021

Aus Anlass des 70jährigen Jubiläums der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten erschien eine umfassend bebilderte über 100seitige Dokumentation zu FIR-Gedenkorten. Gemeint sind Gedenkstätten und Gedenksteine zu Außenkommandos von Konzentrationslagern, zur Erinnerung an Frauen und Männer aus dem antifaschistischen Kampf, zur Erinnerung an Opfer der Todesmärsche oder an Zwangsarbeiter und sowjetische Soldaten, auf denen das Symbol der FIR zu sehen ist.

Alle bisher bekannten Gedenkorte befinden sich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, die meisten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Viele dieser Orte sind auch heute noch Teil der lebendigen Gedenk- und Erinnerungskultur der antifaschistischen Organisationen der Zivilgesellschaft. Andere sind etwas in den Schatten getreten. In dieser Dokumentation wird aber auch an „verschwundene Gedenkorte“ erinnert, die im Zuge der politischen Wende nicht nur das FIR-Symbol verloren haben, sondern auch politisch umgewidmet wurden.

Thematisch ergänzt werden die Bilder und Ortsbeschreibungen durch eine umfangreiche Einführung zur Geschichte und Entstehung dieser Gedenkorte und Überlegungen, welche Bedeutung Gedenkstätten und Gedenksteine heute für nachgeborene Generationen haben können. Ein kurzer Text zur Geschichte der FIR rundet die Dokumentation ab.

Wer Interesse an dieser Veröffentlichung hat, kann Einzelexemplare gegen 5,00 € Schutzgebühr (zuzüglich Versand) entweder über den VVN-Shop https://shop.vvn-bda.de/index.php/buecher/ulrich-schneider-fir-gedenkstaetten-zu-antifaschistischem-widerstand-und-verfolgung.htmloder direkt bei der FIR, Magdalenenstr. 19, 10365 Berlin (E-Mail: office@fir.at) beziehen.

Wir feiern 70 Jahre FIR

1. Juli 2021

Vom 30. Juni bis 3. Juli 1951 fand in Wien der Internationale Friedenskongress der Widerstandsbewegung statt. Das war die Geburtsstunde der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), der Dachorganisation ehemaliger Partisanen, Deportierter und Verfolgter des Naziregimes aus allen Ländern Europa.

Seit 70 Jahren ist Internationalismus die Antwort auf die nationalistische und chauvinistische Ideologie der jeweiligen faschistischen Herrschaft. Darüber hinaus waren und sind faschistische Ideologie und Politik, Rassismus und imperialistischer Expansionismus eine direkte Bedrohung für alle Völker. Sie konnten und können nur im gemeinsamen Kampf aller von diesen Regimen bedrohten Länder und Völker bekämpft werden. Und wir vergessen auch nicht, dass die faschistische Barbarei nur durch den gemeinsamen Kampf der Völker und insbesondere der Armeen der Anti-Hitler-Koalition geschlagen werden konnte.

Die Frauen und Männer aus Widerstand und Verfolgung wollten in ganz Europa den Prozess der demokratischen Neugestaltung mit politischer Stimme unterstützen. Zu diesem Zweck fanden sich unmittelbar nach der Befreiung Vertreter von Organisationen der politischen Häftlinge und Widerstandskämpfer aus 17 europäischen Ländern aus Ost und West zusammen, um im Februar 1946 in Warschau die FIAPP (Fédération Internationale des Anciens Prisonniers Politiques, Internationale Föderation ehemaliger politischer Gefangener) zu gründen. 1948 wurden auch die Antifaschisten aus Deutschland und Österreich in diese Gemeinschaft aufgenommen.

Der Kalte Krieg ging auch an der FIAPP nicht spurlos vorbei. Statt die Einheit der Widerstandskämpfer zu fördern, drohte ein Auseinanderdriften der politischen Kräfte des Antifaschismus. Daher wurde Anfang der 50er Jahre ein neuer Ansatz unternommen, die unterschiedlichen Positionen und Organisationen ehemaliger Widerstandskämpfer und Deportierter im Interesse der politischen Wirksamkeit der Stimme der Widerstandskämpfer in ganz Europa zusammenzuführen, denn die Aufbruchseuphorie des antifaschistischen Neubeginns war durch die Realität der zunehmenden Restauration und Remilitarisierung, der Ost-West-Spannung und zunehmenden Kriegsgefahr verflogen. Ende Juni 1951 luden die Überlebendenverbände zu einer internationalen Friedenskonferenz nach Wien ein.

In dieser Situation – so beschrieb es Oskar Wiesflecker , langjähriger Generalsekretär der FIR – erkannten die Menschen, die im antifaschistischen Widerstand und nationalen Befreiungskampf gegen die nazistischen und faschistischen Aggressoren und Okkupanten aktiv teilgenommen und Leid und Verfolgung auf sich genommen hatten, dass der Zusammenschluss der europäischen Widerstandskämpfer ein Gebot der Stunde war, um der Wiedergeburt des Nazifaschismus entgegenzutreten, über die wiedererrungenen demokratischen Freiheiten zu wachen, die Werte der, Widerstandsbewegung zu verteidigen und jene Prinzipien zu stärken, die die Basis der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen war. Dies war der Geist, aus dem die FIR geboren wurde und dem sie bis heute ihre unverbrüchliche Treue bewahrt hat.

Mit der Gründung der Organisation im Sommer 1951 in Wien übernahm die „Internationale Föderation der Widerstandskämpfer“ (FIR) die Aufgabe, die politischen Vorstellungen und Visionen der Widerstandskämpfer „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ zu vertreten. Sie vertrat die Opfer des Faschismus in ihren sozialen und medizinischen Ansprüchen und sie arbeitete für das Gedenken an den Widerstandskampf und die illegalen Widerstandsgruppen in vielen Ländern.

Es ist hier nicht der Platz, alle politischen Handlungsfelder in den vergangenen Jahrzehnten aufzulisten. Dazu gehörte die Verbreitung des Wissens über die Geschichte des Widerstandskampfes, was mit verschiedenen Geschichtskonferenzen und mehreren Heften der Widerstandsbewegung, sowie pädagogischen Beratungen mit Wissenschaftlern, Lehrkräften und Hochschullehrern versucht wurde. Dazu gehörten der Kampf um Frieden und Entspannungspolitik, sowie der Einsatz für Rüstungsbegrenzungs- und Abrüstungsinitiativen nicht nur in Europa, sondern auch im Nahen Osten. Dazu gehörte die politische Solidarität gegen die Verfolgung antifaschistischer Verbände und ihrer Mitglieder, was in der Unterstützung der deutschen VVN gegen deren Verbotsprozess 1962 erfolgreich war, und sich in internationalen Solidaritätsaktionen für verfolgte griechische Antifaschisten oder gegen Berufsverbote in der BRD niederschlug. Dazu gehörte die breite Mobilisierung gegen Geschichtsrevisionisten aus den ehemaligen SS-Verbänden, die mit Traditionstreffen zur Rehabilitierung des NS-Regimes beitrugen.

Seit 2004 trägt die Organisation den Namen „Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten“. Heute hat die FIR Mitgliedsorganisationen in mehr als 25 europäischen Ländern, Israel und Lateinamerika. Die politischen Umstände haben sich verändert, aber die zentrale Aufgabe ist in der Losung „Nie wieder!“ fixiert.

Das bedeutet die Bewahrung der historischen Wahrheit über den Widerstandskampf, über die Realität des Faschismus und die Rolle der Antihitlerkoalition, der alliierten Streitkräfte – unter ihnen die sowjetischen Soldaten, die die Hauptlast des Krieges trugen – bei der Zerschlagung der faschistischen Barbarei.

Die FIR und ihre Mitgliedsverbände handeln als internationales Netzwerk vor Ort und auf europäischer Ebene gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Xenophobie, Neofaschismus, Nationalismus und Rechtspopulismus. Sie unterstützen Gruppen und Netzwerke, die sich gegen solche Entwicklungen stellen.

Die FIR als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für nichtmilitärische Lösungen in Konflikten in der Welt eingetreten. Sie handelt sowohl gegen Kriegsursachen als auch gegen Kriegshetzer, die ihre imperialistischen Ziele, ihren Rohstoffbedarf und ihre geopolitischen Interessen durchsetzen wollen, und Militärbündnisse, die sich als „Weltpolizei“ betrachten.

Die Stärke der FIR ist ihre Gemeinsamkeit, die sich trotz unterschiedlicher politischer Orientierung, gesellschaftlicher Visionen oder religiöser Werte ergibt. Jeder Weg zum Antifaschismus ist in der FIR willkommen. Diese Einheit muss immer wieder erneuert werden, gerade jetzt, wo die Generation der Überlebenden uns verlässt. Alle Mitgliedsverbände sind aufgerufen, ihre Struktur für heutige Generationen zu öffnen. Alle Mitgliedsverbände sind herausgefordert, die Ideale des antifaschistischen Erbes mit den Generationen der heutigen Zeit zu teilen, die ihre eigenen Themen und Perspektiven in die politischen Auseinandersetzungen einbringen.

Basierend auf der Gemeinsamkeit des Kampfes gegen den Faschismus bewahren die Verbände der FIR das Vermächtnis der Überlebenden und treten auch im nächsten Jahrzehnt ein für Frieden, politische und soziale Menschenrechte und Demokratie, „eine neue Welt des Friedens und der Freiheit“.

We celebrate the 70th anniversary of FIR

1. Juli 2021

From June 30 to July 3, 1951 in Vienna took place the International peace congress of the resistance movement. This was the birthday of the International Federation of Resistance Fighters (FIR), the umbrella organization of veterans of the antifascist fight, deported ones and victims of Nazi-persecution from all parts of Europe. Since seventy years Internationalism was and is the answer to the nationalistic and chauvinistic ideology of the respective fascist rule. Moreover, fascist ideology and politics, racism and imperialist expansionism were and are a direct threat to all peoples. They could and can be fought only in the common struggle of all countries and peoples threatened by these regimes. Nor do we forget that fascist barbarism could only be defeated through the common struggle of peoples and especially of the armies of the anti-Hitler coalition.

The women and men of resistance and persecution wanted to support the process of democratic reorganization with a political voice throughout Europe. To this end, immediately after liberation, representatives of organizations of political prisoners and resistance fighters from 17 European countries from East and West came together to found FIAPP (Fédération Internationale des Anciens Prisonniers Politiques, International Federation of Former Political Prisoners) in Warsaw in February 1946. In 1948, the anti-fascists from Germany and Austria were also admitted to this community.

The Cold War did not leave the FIAPP unscathed. Instead of promoting the unity of the resistance fighters, a drifting apart of the political forces of anti-fascism threatened. Therefore, in the early 1950s, a new approach was made to bring together the different positions and organizations of former resistance fighters and deportees in the interest of the political effectiveness of the voice of resistance fighters throughout Europe, because the euphoria of departure of the anti-fascist new beginning had been dissipated by the reality of increasing restoration and remilitarization, East-West tension and increasing danger of war. At the end of June 1951, the survivors’ associations invited to an international peace conference in Vienna.

In this situation – as Oskar Wiesflecker, longtime secretary general of the FIR described it – he people, who had actively participated in the anti-fascist resistance and national liberation struggle against the Nazi and fascist aggressors and occupiers and had taken suffering and persecution upon themselves, recognized, that the unification of the European resistance fighters was an imperative to oppose the rebirth of Nazi fascism, to watch over the democratic freedoms that had been regained, to defend the values of the, resistance movement and to strengthen those principles that were the basis of the foundation of the United Nations Organization. This was the spirit from which the FIR was born and to which it has maintained its unbreakable loyalty to this day.

With the foundation of the organization in the summer of 1951 in Vienna, the « International Federation of Resistance Fighters » (FIR) took over the task to represent the political ideas and visions of the resistance fighters « Never again fascism! Never again war! » to represent. It represented the victims of fascism in their social and medical claims and it worked for the commemoration of the resistance struggle and the illegal resistance groups in many countries.

There is not the space here to list all the fields of political action in the past decades. This included the dissemination of knowledge about the history of the resistance struggle, which was attempted with various history conferences and several resistance movement booklets, as well as educational consultations with scientists, teachers and university lecturers. This included the struggle for peace and détente, as well as advocacy for arms limitation and disarmament initiatives not only in Europe but also in the Middle East. This included political solidarity against the persecution of anti-fascist associations and their members, which was successful in the support of the German VVN against its banning trial in 1962, and was reflected in international solidarity actions for persecuted Greek anti-fascists or against occupational bans in the FRG. This included the broad mobilization against historical revisionists from the former SS associations, who contributed to the rehabilitation of the Nazi regime with tradition meetings.

Since 2004, the organization carries the name « International Federation of Resistance Fighters (FIR) – Federation of Anti-Fascists ». Today the FIR has member organizations in more than 25 European countries, Israel and Latin America. The political circumstances have changed, but the central task is fixed in the slogan « Never again! ».

This means the preservation of the historical truth about the resistance struggle, about the reality of fascism and the role of the anti-Hitler coalition, the Allied forces – among them the Soviet soldiers who bore the brunt of the war – in the crushing of fascist barbarism.

The FIR and its member federations act as an international network locally and on European level against racism, anti-Semitism, anti-gypsyism, xenophobia, neo-fascism, nationalism and right-wing populism. They support groups and networks that oppose such developments.

The FIR as « Ambassadors of Peace » of the United Nations has in recent decades repeatedly advocated non-military solutions to conflicts in the world. It acts both against causes of war and against war-mongers, who want to enforce their imperialistic goals, their need for raw materials and their geopolitical interests, and military alliances, which regard themselves as « world police ».

The strength of the FIR is its commonality, which arises despite different political orientations, social visions or religious values. Every way to anti-fascism is welcome in the FIR. This unity must be renewed repeatedly, especially now that the generation of survivors is leaving us. All member federations are called to open their structure for today’s generations. All member federations are challenged to share the ideals of the anti-fascist heritage with the generations of today, who bring their own issues and perspectives to the political debates.

Based on the common ground of the struggle against fascism, the associations of FIR preserve the legacy of the survivors and continue to stand up for peace, political and social human rights and democracy, « a new world of peace and freedom » in the next decade.

The FIR member federations remembered the invasion of the Soviet Union

23. Juni 2021

,

The FIR and its member federations used the 80th anniversary of the Hitler fascist invasion of the Soviet Union for various commemorative events. 

Despite all restrictions caused by the pandemic, public honors took place of course in the states of the former Soviet Union. Together with the Belorussian veteran federation, several hundred people gathered on June 22 in the early morning hours in Brest at the memorial place, in order to honor the defenders of this « hero fortress ». Of course, wreath-laying ceremonies and public commemorations took place in Russia and in Ukraine.

Also in many other countries antifascist and veteran associations commemorated this event publicly. Together with the FIR, the Italian partisan federation ANPI organized an international historical conference by video, on which Italian, Russian and German historians classified the invasion. FIR president Vilmos Hanti opened the conference with a political greeting and ANPI President Gianfranco Pagliarulo formulated at the end political consequences for the anti-fascist work today. The conference can be followed as a livestream on the Facebook page of ANPI. The presentation of the FIR Secretary General can be requested by e-mail (office@fir.at).

From Greece, Spain, France and further countries likewise reports of commemorative meetings of FIR federations are present.

In Germany, anti-fascist forces organized in these days in more than 50 cities public commemoration meetings, partly with wreath laying at graves of Soviet soldiers or prisoners of war and other symbolic actions.

Even by a Turkish newspaper, the Secretary General was asked in an extensive interview to the commemoration of the 80th anniversary and could report on the work of the FIR.

Die FIR-Verbände erinnerten an den Überfall auf die Sowjetunion

23. Juni 2021

,

Der 80. Jahrestag des Hitlerfaschistischen Überfalls auf die Sowjetunion wurden von der FIR und ihren Mitgliedsverbänden zu vielfältigen Gedenkveranstaltungen genutzt.  

Trotz aller Pandemie bedingten Einschränkungen fanden selbstverständlich in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion öffentliche Ehrungen statt. Gemeinsam mit dem belrussischen Veteranenverband versammelten sich mehrere hundert Menschen am 22. Juni in den frühen Morgenstunden in Brest an der Gedenkstätte, um die Verteidiger dieser „Heldenfestung“ zu ehren. Natürlich fanden in Russland und auch in der Ukraine Kranzniederlegungen und öffentliche Gedenkveranstaltungen statt.

Aber auch in vielen anderen Ländern wurde von antifaschistischen und Veteranenverbänden an dieses Ereignis öffentlich erinnert. Gemeinsam mit der FIR organisierte der italienische Partisanenverband ANPI eine internationale historische Konferenz per Video, auf der italienische, russische und deutsche Historiker dieses historische Ereignis politisch einordneten. FIR-Präsident Vilmos Hanti eröffnete die Konferenz mit einem politischen Grußwort (siehe unten) und ANPI Präsident Gianfranco Pagliarulo formulierte zum Abschluss politische Konsequenzen für die antifaschistische Arbeit heute. Die Konferenz kann als Livestream auf der Facebook-Seite von ANPI nachvollzogen werden. Das Referat des FIR-Generalsekretärs kann per E-Mail (office@fir.at) nachgefragt werden.

Aus Griechenland, Spanien, Frankreich und weiteren Ländern liegen ebenfalls Berichte von Gedenkveranstaltungen von FIR-Verbänden vor. In Deutschland organisierten in diesen Tagen antifaschistische Kräfte in mehr als 50 Städten öffentliche Gedenkveranstaltungen, teilweise mit Kranzniederlegungen an Gräbern sowjetischer Soldaten oder Kriegsgefangener und andere symbolische Aktionen.

Selbst von einer türkischen Zeitung wurde der Generalsekretär in einem umfangreichen Interview zum Gedenken an den 80. Jahrestag befragt und konnte über die Arbeit der FIR berichten.

80th anniversary of the attack of the Soviet Union by Nazi Germany

22. Juni 2021

,

Message of Vilmos Hanti, President of FIR, to the ANPI conference of June 22,2021

In my capacity as President of the Fédération Internationale des Résistants, I welcome with great respect the organizers and participants of this conference convened on the occasion  of the 80th anniversary of the attack of the Soviet Union by Nazi Germany.

I also wish the express my recognition to ANPI, one of the largest member federations of FIR, for having found, together with its cooperating partners, in times of the world pandemia, the right format to mark in a scientific framework  this event which became a turning point in the history of the Second World War.

We know that this war, the most brutal conflict in the history of mankind, started on September 1, 1939  with Nazi Germany’s invasion of Poland. We also know that wars are always preceded by  worrying, ominous, threatening situations. In this case, Europe could witness the Nazi dictator, Hitler’s intentions, aspirations to change our societies, to elevate to power only  the Aryan race of a „clean origin”, to create a war-like mentality in all walks of life and to dominate the world by territorial conquest and occupation as well as by the spread of Nazi ideology of hate, exclusion, segregation and murder. These circumstances have ignited the antifascist resistance all accross Europe already in the 1930’s. 

We are also aware of the fact that prior to the German attack against the USSR, countries were trying to deal with Hitler in various ways. They seemed dubious about his real intentions and his capacities, they either signed agreements or concluded alliances with him, not realizing the threat he represented or trying to limit the damage of what he incarnated. The attack in 1941 on the Soviet Union was a sour awakening not only for the USSR, but also for the whole world, to see how dangerous and unpredictable this policy for world domination conducted by the Nazi regime and its satellites was for all of us, and how their propaganda machines managed to mislead and poison the minds of millions of people.

At this conference today, you will be hearing excellent speakers who will present to you in detail the circumstances of the events that took place 80 years ago. In this welcoming address, having in mind our present time, charged as it is with a great number a heavy and crucial challenges,  I wish to draw your attention specifically to the fact that if we look around, we can see that today various forms of fascism are raising their ugly heads more forcefully, not only in some marginalized groups of society, but gaining positions in our countries at local and higher levels.

At this conference, we have to draw the lessons of the past, which still have their relevance for today. Racism is the anti-chambre of fascism. And we are witnessing hate speech, the undermining of the rights of various minorities making their way into our everydays, often at State level.

We, antifascists, we must stand up against these developments! In this on-going combat, I wish you a succesful conference, good health and a commitment to move on with confidence!

Immediate end to the spiral of violence in the Middle East

14. Mai 2021

Once again, we have to witness that in the Israeli-Palestinian conflict violence as a means of conflict primarily affects the civilian population. The clashes began many days ago with the attempt to enforce the settlement policy, which has been unequivocally condemned by the United Nations, and which amounts to the expulsion of the Palestinian population in East Jerusalem. Claiming « Jewish property rights » that existed in the area 70 years ago, nationalist settlers seek to evict Palestinian residents. Protests against forced evictions and restrictions on visiting Islamic places of worship have been met with reprisals by the Israeli government. After the Israeli military and other security forces pushed escalation in East Jerusalem over several days, with several hundred injured on the Palestinian side, Hamas began firing rockets at Israeli towns. This in turn led to massive bombardment of Gaza by Israeli air forces, destroying civilian infrastructure and other positions. Neither military action can solve the problem. We appeal for immediate political talks to end the threat to civilians.

It is evident that the Netanyahu government has allowed this confrontation to escalate – and on the backs of Israeli and Palestinian civilians. The fact that Netanyahu is primarily concerned with his own political survival makes his behavior all the more reprehensible. After he was unable to achieve his own governing majority in parliament despite several new elections, he wants to use the escalation of the military situation – as the historian Moshe Zimmermann clearly analyzed it – to prevent his political opponents, who include Arab Israelis, from forming a political coalition. At the same time, he uses the escalation to pressure the Biden administration to position itself – in line with previous Trump policies – in favor of the concept of Jerusalem as Israel’s capital, which would permanently prevent a political solution with the Palestinian side.

This has created an explosive situation in the Middle East that can only be stopped through political talks. For one thing is clear. With these escalations, there will be no peaceful solution to the conflict – observers are worried about a third intifada, which would once again claim many hundreds of victims among all the people living in the Middle East.

The FIR as « Ambassador of Peace of the United Nations » calls for de-escalation – supported by the United Nations. Hamas must immediately stop rocket attacks on Israeli cities. The Israeli army must immediately stop attacks on Gaza. In addition, the political allies must make it clear to the Israeli government that they are not prepared to support a military escalation, but are committed to political steps towards a solution.

Sofortige Beendigung der Gewaltspirale im Nahen Osten

14. Mai 2021

Erneut müssen wir erleben, dass im israelisch-palästinensischen Konflikt Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung in erster Linie die Zivilbevölkerung trifft. Begonnen haben die Auseinandersetzungen vor vielen Tagen mit dem Versuch der weiteren Durchsetzung der von den Vereinten Nationen eindeutig verurteilten Siedlungspolitik, die auf eine Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung in Ost-Jerusalem hinausläuft. Mit der Behauptung von „jüdischen Eigentumsrechten“, die vor 70 Jahren in diesem Gebiet bestanden hätten, wollen nationalistische Siedler palästinensische Bewohner vertreiben. Proteste gegen Zwangsräumungen und Einschränkungen des Besuchs von islamischen Gotteshäusern beantwortete die israelische Regierung mit Repressalien. Nachdem das israelische Militär und andere Sicherheitskräfte die Eskalation in Ostjerusalem über mehrere Tage mit mehreren hundert Verletzten auf Seiten der palästinensischen Bevölkerung vorangetrieben hat, begann die Hamas mit dem Raketenbeschuss auf israelische Städte. Dies wiederum führte zu massivem Bombardement israelischer Luftstreitkräfte auf Gaza, die Zerstörung von ziviler Infrastruktur und andere Stellungen. Beide militärische Maßnahmen können das Problem nicht lösen. Wir appellieren für sofortige politische Gespräche, um die Bedrohung der Zivilbevölkerung zu beenden.

Es ist erkennbar, dass die Regierung Netanjahu diese Auseinandersetzung eskalieren ließ – und das auf dem Rücken der israelischen und der palästinensischen Zivilbevölkerung. Dass er dabei vor allem sein eigenes politisches Überleben im Sinn hat, macht sein Verhalten umso verwerflicher. Nachdem er trotz mehrfacher Neuwahlen nicht in der Lage war, eine eigene Regierungsmehrheit im Parlament zu erreichen, will er mit der Zuspitzung der militärischen Lage – wie es der Historiker Moshe Zimmermann klar analysierte – verhindern, dass seine politischen Opponenten, zu denen auch arabische Israelis gehören, sich zu einer politischen Koalition verbinden können.  

Gleichzeitig will er damit die Biden-Administration drängen, sich – im Sinne der früheren Trump-Politik – für das Konzept von Jerusalem als israelische Hauptstadt zu positionieren, was eine politische Lösung mit der palästinensischen Seite auf Dauer verhindern würde.

Damit ist eine explosive Lage im Nahen Osten entstanden, die nur durch politische Gespräche entspannt werden kann. Denn eines ist klar. Mit diesen Eskalationen wird es keine friedliche Lösung des Konfliktes geben – Beobachter haben Sorgen vor einer dritten Intifada, die erneut viele hundert Opfer unter allen im Nahen Osten lebenden Menschen fordern würde.

Die FIR als „Botschafter des Friedens der Vereinten Nationen“ ruft zur Deeskalation unter Beteiligung der UNO auf. Die Hamas muss die Raketenangriffe auf israelische Städte sofort beenden. Die israelische Armee muss die Angriffe auf Gaza sofort stoppen. Und die politisch Verbündeten müssen der israelischen Regierung deutlich machen, dass sie nicht bereit sind, eine militärische Eskalation zu unterstützen, sondern sich für politische Lösungsschritte einsetzen.

Ältere Nachrichten ·