XVI regulärer FIR-Kongress in Sofia

28. September 2013

 

Auf Einladung der bulgarischen antifaschistischen Union haben wird die Gelegenheit unseren nächsten regulären Kongress der FIR in Sofia, der Stadt Georgi Dimitroffs durchzuführen.

In den vergangenen Wochen haben alle Mitgliedsverbände eine schriftliche Einladung zum FIR-Kongress am 5./6. Oktober 2013 in Sofia erhalten. Seit dem XV. regulären Kongress in Berlin haben wir eine Reihe wichtiger Entwicklungen der politischen Arbeit erleben können. Aktivitäten wie die Jubiläumsveranstaltung in Wien, das Internationale Jugendtreffen in Auschwitz, die Verleihung des Michel-Vanderborght-Preises und die Eröffnung der Ausstellung „Europäischer Widerstand“ haben die Bedeutung der Arbeit der FIR unterstrichen. Die aktuellen politischen Tendenzen der Rechtsentwicklung z.B. in Ungarn und die Zunahme extrem rechter Kräfte machen eine starke und handlungsfähige FIR notwendig.

Auf der Tagesordnung stehen:

  1. Politischer Bericht des Präsidenten und des Exekutivausschusses

  2. Aussprache über die Arbeit der vergangenen Jahre und Planung neuer Projekte

  3. Wahl der leitenden Gremien

  4. Beschlüsse über die Politische Deklaration und andere Anträge

Ausstellung „Europäischer Widerstandskampf“ im Europaparlament

24. September 2013

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Am 8. Juli 2013 wurde im Foyer des Europäischen Parlaments die gemeinsame Ausstellung des Institut des Vétérans und der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten zum Thema „Europäischer Widerstandskampf gegen den Nazismus“ auf Einladung des Vize-Präsidenten des Europaparlaments Miguel Angel Martinez und in Anwesenheit von zahlreichen Abgeordneten des Europaparlaments, von Mitarbeitenden aber auch Gästen der internationalen antifaschistischen Organisationen eröffnet. Die Ausstellung umfasst 50 Tafeln für alle europäischen Länder der damaligen Zeit, die im Kampf gegen den Nazismus eingebunden waren: Italien, Spanien, Portugal, Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei, Polen, Norwegen, Dänemark, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion, Ungarn, Albanien, Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien. IMGP0054

Die Ausstellung lebt durch eindrucksvolle Bilder und reproduzierte Dokumente, die die knappen erläuternden Texte unterstreichen. Bei der Auswahl der Illustrationen, die oftmals von den nationalen Verbänden der Widerstandskämpfer und Antifaschisten zur Verfügung gestellt worden sind, wurden besonders solche Bilder gewählt, die Männer und Frauen, nationale Besonderheiten des Kampfes und allgemeine Tendenzen zum Ausdruck bringen konnten. So findet man Fotos des Slowakischen Nationalaufstands, des Kopenhagener Generalstreiks, der jugoslawischen Partisanenarmeen oder das Flugblatt der KPD von 1938 „Wider die Judenpogrome“, eines der wenigen Beispiele des öffentlichen Protests gegen diese antisemitischen Übergriffe in Deutschland. Die Ausstellung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie zeigt aber, dass der Widerstandskampf in allen europäischen Ländern in unterschiedlicher Form und unter Berücksichtigung der nationalen Besonderheiten stattgefunden hat. Alle Texte sind dreisprachig (englisch, französisch, niederländisch).

FIR verleiht Michel-Vanderborght-Preis

24. September 2013

 

In einer eindrucksvollen Feierstunde wurde am zweiten Juli-Wochenende im Festsaal des Belgischen Parlaments in Brüssel an acht Persönlichkeiten und Initiativen der Michel-Vanderborght-Preis der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten verliehen. Mit diesem Preis, der den Namen des belgischen Partisans und letzten Präsidenten der FIR trägt, sollen diejenigen ausgezeichnet werden, die sich im Sinne der Ideale des antifaschistischen Widerstandes für die Bewahrung der historischen Erinnerung, für die sozialen und politischen Interessen der Überlebenden und für die Fortsetzung des antifaschistischen Vermächtnisses durch besonderes Engagement gegen alte und neue Nazis ausgezeichnet haben.

Zur Eröffnung der Zeremonie sprach André Flahaut, Präsident des belgischen Parlaments. Er würdigte die Verdienste von Michel Vanderborght und betonte, wie wichtig heute der gemeinsame demokratische und antifaschistische Widerstand gegen extreme Rechte und rechtspopulistische Bewegungen in verschiedenen Ländern Europas sei. Er betonte, die Erinnerung an den Widerstand sei nicht allein eine historische Aufgabe, sondern eine Verantwortung für die zukünftigen Generationen, um die Ideale der Demokratie, der Freiheit und des Humanismus zu bewahren.

Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten der FIR Vilmos Hanti, der noch einmal die Intention des Preises erläuterte, wurden die Auszeichnungen an die Geehrten übergeben. Es waren ein belgisches staatliches Institut, das sich besonders um die Geschichtsvermittlung verdient gemacht hat, ein bulgarischer Historiker, der sich seit vielen Jahren gegen den politischen Mainstream die Bewahrung der Erinnerung an den Widerstand zur Aufgabe gemacht hat, eine deutsche Initiative, die finanzielle und moralische Unterstützung für ehemalige Zwangsarbeiter organisiert, ein griechischer Maler, dessen Werke die Erfahrungen des antifaschistischen Kampfes zum Ausdruck bringen, ein israelischer Partisan, der sich insbesondere für die Erinnerung an die jüdischen Kämpfer einsetzt, ein antifaschistisch engagierter Journalist aus Italien und – als politische Besonderheit – die Vertreter des 13. Stadtbezirks von Budapest, die sich dem rechten Mainstream von FIDESZ und JOBBIK in Ungarn engagiert entgegenstellen. In seiner Dankesrede betonte der Bürgermeister dieses Distrikts, wie wichtig für seine aktuelle politische Arbeit diese Anerkennung der FIR sei.

Mit dem Michel-Vanderborght-Preis der FIR wurde diesen Initiativen und Engagierten Dank und Anerkennung der internationalen antifaschistischen Bewegung ausgesprochen. In welcher Tradition die Organisation und die von ihr Ausgezeichneten stehen, dokumentierten das Institut des Vétérans und die FIR, als sie im Rahmen der Veranstaltung einige Ausstellungstafeln der ersten umfassenden Ausstellung über den antifaschistischen Widerstandskampf in Europa, die wenig später in den Räumen des Europaparlament der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, den Gästen präsentieren konnten.

75 ans Brigades Internationales en Espagne

1. Januar 2012

We wish all comrades, friends and combatants a good and peaceful New Year 2012.

Nous souhaitons à tous les camarades, amis et alliés une bonne et paisible nouvelle année 2012.

Wir wünschen allen Kameradinnen und Kameraden, Freunden und Mitstreitern ein gutes und friedliches Jahr 2012.

Vilmos Hanti (President)
Dr. Ulrich Schneider (General secretary)

75 Jahre Internationale Brigaden in Spanien

1. Januar 2012

We wish all comrades, friends and combatants a good and peaceful New Year 2012.

Nous souhaitons à tous les camarades, amis et alliés une bonne et paisible nouvelle année 2012.

Wir wünschen allen Kameradinnen und Kameraden, Freunden und Mitstreitern ein gutes und friedliches Jahr 2012.

Vilmos Hanti (President)
Dr. Ulrich Schneider (General secretary)

Einladung zur Präsentation:

17. März 2011

„Landkarte der Lager und anderer Nazi-Haftstätten“

In Kooperation mit dem Institut des Vétérans – Institut National des Invalides de Guerre, Anciens Combattants et Victimes de Guerre, Bruxelles, laden wir herzlich zur Vorstellung einer bislang einmaligen Publikation, die gemeinsam vom Institut des Vétérans (Brüssel) und der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR, Berlin) herausgegeben wird, ein, der „Landkarte der Lager und anderer Nazi-Haftstätten“.

In mehrjähriger Forschungsarbeit und mit Unterstützung des belgischen Nationalen Geographischen Instituts entstand eine Landkarte von Belgien bis zur belorussischen Grenze, von Dänemark bis nach Österreich, auf der weit über 2000 Lager und faschistische Haftorte verortet sind.

Hierin sind verzeichnet die Konzentrations- und Vernichtungslager mit ihren Außenlagern, die Lager für Kriegsgefangene (Stalags und Oflags), die Einrichtungen der rassistischen Deportationen, Euthanasie-Mordstätten, Arbeitserziehungslager sowie große Einrichtungen der Zwangsarbeit in Deutschland. Eine solch umfangreiche Auflistung existierte bislang nicht.

Diese Karte soll den Medien und einem interessierten Publikum vorgestellt werden:

am Freitag, den 01. April 2011

17.00 – 18.30 Uhr

in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung,
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

– Eintritt frei –

In der Veranstaltung werden Vertreter des Institut des Vétérans und der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) das Projekt vorstellen und die wissenschaftliche und pädagogische Bedeutung dieser Veröffentlichung erläutern.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ulrich Schneider,
Generalsekretär der FIR

Nachruf Michel Vanderborght

12. September 2010

(1925 – 2010)

Mit tiefer Trauer müssen wir den Tod des Präsidenten der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Michel Vanderborght, vermelden. Am 12. September 2010 verstarb er im Alter von 85 Jahren.

Schon als Jugendlicher schloss er sich dem Widerstand an und kämpfte aktiv in der Partisanen-Armee in der Region Leuven (Louvain). Die Partisanenarmee leistete einen wichtigen Beitrag zur Befreiung des Landes von der faschistischen Okkupation.

Nach der Befreiung Belgiens wurde Michel Vanderborght aktiv in der kommunistischen Jugendorganisation Belgiens und war der belgische Vertreter im Weltbund demokratischer Jugend (WBDJ). Seit 1947 nahm er an allen „Weltfestspielen der Jugend und Studenten“ als Delegierter und später als Gast teil.

In den 50er und 60er Jahren arbeitete er für die Kommunistische Partei Belgiens und unterstützte die antikoloniale demokratische MNC (Mouvement National Congolais) von Patrice Lumumba. Im Rahmen dieser internationalen Kontakte kam er auch mit Fidel Castro und anderen Repräsentanten der antikolonialen Befreiungsbewegungen zusammen.

1960 organisierte er in Belgien den ersten Marsch gegen Atomraketen zum Stationierungsort amerikanischer Atomwaffen. Seit dieser Zeit war Michel Vanderborght aktiv in der belgischen Friedensbewegung. Er war Vorsitzender der Gruppe „Vrede“ und Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift. Überregional und in seinem Umfeld organisierte er verschiedene Friedensaktionen.

Seit Jahrzehnten arbeitete er im Rahmen der Front l’Indépendance (F.I.) für die Erinnerung an den antifaschistischen Kampf und die Bewahrung des historischen Gedächtnisses an die Okkupation Belgiens. Im Rahmen der antifaschistischen Erinnerungsarbeit trug er viele Jahre die Verantwortung für das „Widerstandsmuseum“ in Brüssel und arbeitet im Aufsichtsrat des „Institut des Vétérans“.

Am dem 13. Kongress der FIR in Berlin 2004 wurde er zum Präsidenten der Organisation gewählt. Trotz seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme füllte er diese Aufgabe mit großem Engagement und Ideenreichtum aus. Auf seine Initiative gingen die Konferenz der FIR in den Räumen des Europäischen Parlaments und die Vorbereitung und Umsetzung des großartigen Internationalen Jugendtreffens 2008 in Buchenwald zurück. Er regte weitere Projekte an, die die Lebendigkeit der Organisation und ihre Verbundenheit mit den heutigen Generationen bewiesen. Für seine politische und historische Arbeit erhielt er zahlreiche belgische und internationale Auszeichnungen.

Wir verlieren mit ihm einen Präsidenten, der sich mit hoher persönlicher Autorität und großem Engagement für die gemeinsame Sache aller antifaschistischen und Veteranenorganisationen einsetzte. Er verband eine klare politische Überzeugung mit der Fähigkeit, Brücken zu allen demokratischen Kräften zu bauen. Wir verdanken ihm viel und werden ihn sehr vermissen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und langjährigen Kampfgenossin Marie-Louise und seiner Familie. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachruf Michel Vanderborght

12. September 2010

(1925 – 2010)

Mit tiefer Trauer müssen wir den Tod des Präsidenten der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Michel Vanderborght, vermelden. Am 12. September 2010 verstarb er im Alter von 85 Jahren.

Schon als Jugendlicher schloss er sich dem Widerstand an und kämpfte aktiv in der Partisanen-Armee in der Region Leuven (Louvain). Die Partisanenarmee leistete einen wichtigen Beitrag zur Befreiung des Landes von der faschistischen Okkupation.

Nach der Befreiung Belgiens wurde Michel Vanderborght aktiv in der kommunistischen Jugendorganisation Belgiens und war der belgische Vertreter im Weltbund demokratischer Jugend (WBDJ). Seit 1947 nahm er an allen „Weltfestspielen der Jugend und Studenten“ als Delegierter und später als Gast teil.

In den 50er und 60er Jahren arbeitete er für die Kommunistische Partei Belgiens und unterstützte die antikoloniale demokratische MNC (Mouvement National Congolais) von Patrice Lumumba. Im Rahmen dieser internationalen Kontakte kam er auch mit Fidel Castro und anderen Repräsentanten der antikolonialen Befreiungsbewegungen zusammen.

1960 organisierte er in Belgien den ersten Marsch gegen Atomraketen zum Stationierungsort amerikanischer Atomwaffen. Seit dieser Zeit war Michel Vanderborght aktiv in der belgischen Friedensbewegung. Er war Vorsitzender der Gruppe „Vrede“ und Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift. Überregional und in seinem Umfeld organisierte er verschiedene Friedensaktionen.

Seit Jahrzehnten arbeitete er im Rahmen der Front l’Indépendance (F.I.) für die Erinnerung an den antifaschistischen Kampf und die Bewahrung des historischen Gedächtnisses an die Okkupation Belgiens. Im Rahmen der antifaschistischen Erinnerungsarbeit trug er viele Jahre die Verantwortung für das „Widerstandsmuseum“ in Brüssel und arbeitet im Aufsichtsrat des „Institut des Vétérans“.

Am dem 13. Kongress der FIR in Berlin 2004 wurde er zum Präsidenten der Organisation gewählt. Trotz seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme füllte er diese Aufgabe mit großem Engagement und Ideenreichtum aus. Auf seine Initiative gingen die Konferenz der FIR in den Räumen des Europäischen Parlaments und die Vorbereitung und Umsetzung des großartigen Internationalen Jugendtreffens 2008 in Buchenwald zurück. Er regte weitere Projekte an, die die Lebendigkeit der Organisation und ihre Verbundenheit mit den heutigen Generationen bewiesen. Für seine politische und historische Arbeit erhielt er zahlreiche belgische und internationale Auszeichnungen.

Wir verlieren mit ihm einen Präsidenten, der sich mit hoher persönlicher Autorität und großem Engagement für die gemeinsame Sache aller antifaschistischen und Veteranenorganisationen einsetzte. Er verband eine klare politische Überzeugung mit der Fähigkeit, Brücken zu allen demokratischen Kräften zu bauen. Wir verdanken ihm viel und werden ihn sehr vermissen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und langjährigen Kampfgenossin Marie-Louise und seiner Familie. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachruf auf Adnan Qatipi

2. September 2010

Mit tiefer Trauer müssen wir Abschied nehmen von einem großen Repräsentanten des antifaschistischen Kampfes in Europa. Adnan Qatipi, Präsident des albanischen Verbandes der antifaschistischen Kämpfer (LANC) verstarb am 1. September 2010 nach kurzer aber heftiger Krankheit in Tirana.

Adnan Qatipi war Mitstreiter in den Reihen der albanischen Partisanenbewegung, die gegen die italienischen und deutschen faschistischen Truppen einen heroischen Kampf bis zur Befreiung des Landes am 29. November 1944 geführt haben.

Nach der Befreiung wirkte er in verschiedenen verantwortlichen Positionen für einen sozialistischen Aufbau seines Landes. Vor vielen Jahren übernahm er die politische Verantwortung für die Arbeit des Veteranenverbandes LANC. Sein Anliegen war die Vertretung der politischen und sozialen Interessen der ehemaligen Partisanen und die Bewahrung der Erinnerung. Im Streit um den 29. November als nationalen Gedenktag formulierte er: „Niemand kann die Erinnerung an den heroischen Kampf unseres Volkes gegen den Faschismus aus den Geschichtsbüchern und unserem Gedächtnis streichen. Dazu hat auch keiner das Recht. Wir werden unserer antifaschistischen Tradition treu bleiben.“

Im internationalen Rahmen vertrat er seit vielen Jahren die albanischen Veteranen in den leitenden Gremien der FIR. Auf dem 15. Kongress der FIR im Januar 2010 wurde Adnan Qatipi wegen seiner Verdienste im antifaschistischen Kampf und für die internationale Gemeinschaft FIR zum Mitglied des Ehrenpräsidiums der FIR ernannt.

Mit seinem Tod verliert die antifaschistische Bewegung in Albanien und international einen herausragenden Repräsentanten. Wir drücken der Familie und allen seinen Freunden unser tiefes Mitgefühl aus. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Presseerklärung zum geplanten SS-Treffen in Estland

28. Juli 2010

Kundgebung am Samstag, den 31.7.2010

Mit Empörung und Enttäuschung reagiert die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten auf das Verhalten der estnischen Regierung, trotz wiederholter internationaler Proteste auch in diesem Jahr das am Wochenende geplante Treffen von ehemaligen Angehörigen der 20. estnischen SS-Division in Sinimäe zu genehmigen.

Die FIR und die Veteranenverbände, Europaabgeordnete, Demokraten aus vielen Ländern haben auf vielen Wegen der estnischen Regierung in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass die Genehmigung solcher Aufmärsche faktisch eine Rehabilitierung der SS-Verbrechen darstellt, die von der internationalen Völkergemeinschaft nicht hingenommen werden kann.

Völlig unbeeindruckt von solchen Protesten hatte der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves Anfang Mai diesen Jahres selber die Veteranen der SS-Verbände als „Kämpfer für die Freiheit Estlands“ gewürdigt.

Die FIR fordert die estnische Regierung auf, die historischen Tatsachen anzuerkennen, dass die SS-Verbände unmittelbar und direkt in zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingebunden waren und es im Interesse eines wahrheitsgemäßen Geschichtsbildes nicht hinnehmbar ist, sie als „Freiheitskämpfer“ zu bezeichnen. Das Vermächtnis des 65 Jahrestages der Befreiung vom 8. Mai 2010 heißt: Nie wieder darf es ein SS-Europa geben. Es darf keine Rehabilitierung der SS-Verbrecher und ihrer Taten zugelassen werden. Dies ist eine Verpflichtung auch der heutigen Generationen.

Solche SS-Treffen darf es weder in Estland noch in anderen europäischen Ländern geben.

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