Erklärung der FIR zum 65. Jahrestag des Sieges von Stalingrad

27. Januar 2008

Am 2. Februar 2008 jährt sich zum 65. Mal der Sieg der Roten Armee bei Stalingrad. An diesem Tag kapitulierte die deutsche 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulus vor den Verbänden der 62. und 64. Roten Armee unter General Schukow. Die vernichtende Bilanz für die deutsche Wehrmacht: Über 100.000 Soldaten gingen in Kriegsgefangenschaft, 165.000 ließen in Stalingrad für die faschistischen Kriegsziele ihr Leben.

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten nimmt dieses Datum zum Anlass, um an die großen Leistungen der sowjetischen Soldaten und des gesamten militärischen Teils der Anti-Hitler-Koalition zu erinnern. Der vom deutschen Faschismus angezettelte Krieg zielte von Anfang an auf Mord, Totschlag, Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung. Coventry, Rotterdam, Warschau und Belgrad sind die Symbole des Luftterrors, den die Wehrmacht über die Städte Europas trugen. Auschwitz, Buchenwald, Majdanek, Sobibor haben sich in die Erinnerung der Menschheit eingegraben als Orte, an denen die Vernichtungspolitik des deutschen Faschismus stattfand. Babi Jar, Oradour, Lidice sind Stätten des nationalsozialistischen Terrors, die keiner Erklärung bedürfen.

Stalingrad steht dagegen für die Hoffnung auf Befreiung und den Widerstand gegen den mörderischen deutschen Faschismus.

Diese Hoffnung wurde mit zahllosen Menschenleben bezahlt. Die sowjetische Seite verzeichnete in dieser Schlacht annähernd eine Millionen Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Kämpfern der Roten Armee. Wir erinnern der Toten und gedenken all derjenigen, die sich mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit für die Befreiung ihres Landes von der faschistischen Okkupation und die Zerschlagung der faschistischen Bestie eingesetzt haben.

Diese Schlacht von Stalingrad war nicht nur von militärischer Bedeutung. Sie stellte einen historischen Wendepunkt in der Auseinandersetzung der Anti-Hitler-Koalition mit dem expansionistischen Anspruch des deutschen Faschismus dar:

In diesem Sinne ist und bleibt der Sieg von Stalingrad ein Gedenktag der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten. Wir verbinden unseren Dank an die Kämpfer mit dem Versprechen, diese Erinnerung an die heutigen Generationen weiterzugeben.

Der 14. Kongress der FIR in Athen

29. Oktober 2007

Am 19. und 20. Oktober 2007 fand in Athen der 14. ordentliche Kongress der FIR statt. Knapp 40 Delegierte aus 15 Nationen waren angemeldet. Leider wurde den Veteranen aus Albanien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien die Einreise nach Griechenland verweigert.

Auf diesem Kongress wurde Bilanz der Rekonstruktion der FIR gezogen und über die zukünftigen Aufgaben beraten. Das Wichtigste in der Bilanz war, dass es in den vergangenen drei Jahren mit der Öffnung der Organisation für nachgeborene Generationen gelungen ist, die FIR als lebendige und aktive Organisation im Kampf gegen Neofaschismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit – für Frieden, Demokratie und soziale Rechte zu profilieren. Trotz geringer finanzieller und personeller Kapazitäten konnte eine lebendige Organisation erhalten und weiterentwickelt werden. Aktuell gehören der FIR über 50 Organisationen und Verbände aus 24 europäischen Ländern und Israel an. Damit ist die FIR die größte internationale Organisation ehemaliger Kämpfer gegen den Faschismus, Deportierter und Verfolgter des Naziregimes und Antifaschisten heutiger Generationen.

Zur politischen Bilanz gehörte auch, dass es in den vergangenen Jahren gelang, die Stimme der FIR im politischen Konzert hörbar zu machen. Die Stellungnahmen zu politischen Gegenwartsfragen, besonders zum Thema „Die Gefahr der extremen Rechten in Europa“ und zur Friedensproblematik wurden gehört und verbreitet. Die Akzeptanz der Organisation zeigte sich in der großen Zahl von Einladungen zu Gedenkveranstaltungen, Konferenzen von nationalen Mitgliedsverbänden oder zu internationalen Tagungen zu diesen politischen Themen.

Anlässlich des Kongresses beging die FIR auch das 20-jährige Jubiläum der Ernennung als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen. In den Festansprachen wurde die bedeutende Rolle der ehemaligen Widerstandskämpfer, Partisanen, Deportierten und Verfolgtenorganisationen im Friedenskampf betont. Die Vertreter des Weltfriedensrates und des Weltbundes Demokratischer Jugend unterstrichen in ihren politischen Grußworten, welche Bedrohung des Friedens heute von den imperialistischen Hauptmächten ausgehe. Der Vertreter der Vereinten Nationen begnügte sich dagegen mit einer recht dürftigen Grußformel.

Der Kongress wählte einmütig die leitenden Gremien der Organisation. Bestätigt wurde Michel Vanderborght als Präsident. Als Vizepräsidenten wurden General Anatoli Bogdanow (Russland) und Vilmos Hanti( Ungarn) einstimmig gewählt. Die weiteren Mitglieder des Exekutivausschuss sind Nikolai Chikachev (Russland), Christos Tzintsilonis (Griechenland), Heinz Siefritz (Deutschland, Kassierer) und Dr. Ulrich Schneider (Deutschland, Generalsekretär).

Zur politischen Beschlussfassung lagen insgesamt fünf Erklärungen vor, die nach lebendiger Debatte angenommen wurden.

Diskutiert wurden auch die nächsten politischen Aktivitäten. Ein erster politischer Höhepunkt der weiteren Arbeit steht bereits fest: Das internationale Jugendtreffen auf dem Ettersberg im April 2008 anlässlich des Jahrestages der Selbstbefreiung des KZ Buchenwalds.

Ein ausführlicher Bericht und die Dokumentation der Beschlüsse folgt in der nächsten Ausgabe des FIR-Bulletins.

Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär

Der 14. Kongress der FIR in Athen

29. Oktober 2007

Am 19. und 20. Oktober 2007 fand in Athen der 14. ordentliche Kongress der FIR statt. Knapp 40 Delegierte aus 15 Nationen waren angemeldet. Leider wurde den Veteranen aus Albanien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien die Einreise nach Griechenland verweigert.

Auf diesem Kongress wurde Bilanz der Rekonstruktion der FIR gezogen und über die zukünftigen Aufgaben beraten. Das Wichtigste in der Bilanz war, dass es in den vergangenen drei Jahren mit der Öffnung der Organisation für nachgeborene Generationen gelungen ist, die FIR als lebendige und aktive Organisation im Kampf gegen Neofaschismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit – für Frieden, Demokratie und soziale Rechte zu profilieren. Trotz geringer finanzieller und personeller Kapazitäten konnte eine lebendige Organisation erhalten und weiterentwickelt werden. Aktuell gehören der FIR über 50 Organisationen und Verbände aus 24 europäischen Ländern und Israel an. Damit ist die FIR die größte internationale Organisation ehemaliger Kämpfer gegen den Faschismus, Deportierter und Verfolgter des Naziregimes und Antifaschisten heutiger Generationen.

Zur politischen Bilanz gehörte auch, dass es in den vergangenen Jahren gelang, die Stimme der FIR im politischen Konzert hörbar zu machen. Die Stellungnahmen zu politischen Gegenwartsfragen, besonders zum Thema „Die Gefahr der extremen Rechten in Europa“ und zur Friedensproblematik wurden gehört und verbreitet. Die Akzeptanz der Organisation zeigte sich in der großen Zahl von Einladungen zu Gedenkveranstaltungen, Konferenzen von nationalen Mitgliedsverbänden oder zu internationalen Tagungen zu diesen politischen Themen.

Anlässlich des Kongresses beging die FIR auch das 20-jährige Jubiläum der Ernennung als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen. In den Festansprachen wurde die bedeutende Rolle der ehemaligen Widerstandskämpfer, Partisanen, Deportierten und Verfolgtenorganisationen im Friedenskampf betont. Die Vertreter des Weltfriedensrates und des Weltbundes Demokratischer Jugend unterstrichen in ihren politischen Grußworten, welche Bedrohung des Friedens heute von den imperialistischen Hauptmächten ausgehe. Der Vertreter der Vereinten Nationen begnügte sich dagegen mit einer recht dürftigen Grußformel.

Der Kongress wählte einmütig die leitenden Gremien der Organisation. Bestätigt wurde Michel Vanderborght als Präsident. Als Vizepräsidenten wurden General Anatoli Bogdanow (Russland) und Vilmos Hanti( Ungarn) einstimmig gewählt. Die weiteren Mitglieder des Exekutivausschuss sind Nikolai Chikachev (Russland), Christos Tzintsilonis (Griechenland), Heinz Siefritz (Deutschland, Kassierer) und Dr. Ulrich Schneider (Deutschland, Generalsekretär).

Zur politischen Beschlussfassung lagen insgesamt fünf Erklärungen vor, die nach lebendiger Debatte angenommen wurden.

Diskutiert wurden auch die nächsten politischen Aktivitäten. Ein erster politischer Höhepunkt der weiteren Arbeit steht bereits fest: Das internationale Jugendtreffen auf dem Ettersberg im April 2008 anlässlich des Jahrestages der Selbstbefreiung des KZ Buchenwalds.

Ein ausführlicher Bericht und die Dokumentation der Beschlüsse folgt in der nächsten Ausgabe des FIR-Bulletins.

Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär

Finanzordnung der FIR

20. Oktober 2007

In Ergänzung der Satzung der FIR wird vom Kongress folgende
Beitragsordnung beschlossen.

  1. Jeder Verband begründet seine Mitgliedschaft in der FIR auch durch
    die Abführung eines jährlichen zu leistenden und bis spätestens
    zum 30. Juni zu bezahlenden Beitrages. Aus den Beiträgen finanziert die
    FIR ihre laufenden Geschäftskosten.

  2. Der FIR-Beitrag liegt im Rahmen der eigenen Satzung und der finanziellen
    Möglichkeiten, beträgt jedoch in der Regel
    0,50 Euro pro Jahr und Mitglied.

    Der reguläre Mitgliedsbetrag beträgt 300 Euro pro Jahr.

  3. Die Zahl der Delegierten zu den Kongressen ist abhängig von der
    Höhe der tatsächlich geleisteten Beitragszahlung:

    Bei Entrichtung des Mindestbeitrages von 150 Euro 1 Delegierte/r,
    Bei Entrichtung von Beiträgen ab 300 Euro 2 Delegierte,
    Bei Entrichtung von Beiträgen ab 1.000 Euro 3 Delegierte.

    In Einzelfällen kann beim Exekutivausschuss eine Abweichung von dieser
    Regel beantragt werden.

  4. Für die Kosten der Delegierten zu den Kongressen kommen die
    entsendenden Verbände auf.

    Auf Antrag kann der Exekutivausschuss in Einzelfällen und im Rahmen der
    eigenen finanziellen Möglichkeiten die Unterstützung eines Verbandes
    zur Entsendung dessen Delegierten beschließen.

  5. Die satzungsgemäße Verwendung der gesamten Finanzmittel wird
    jährlich, insbesondere vor den Kongressen, durch eine vom Kongress zu
    wählende Finanzkommission geprüft.

    Nach jeder Prüfung wird dem Vorstand und dem Kongress ein
    Prüfbericht vorgelegt.

Gegen die Visa-Verweigerung für Delegierte

20. Oktober 2007

Der XIV Kongress der FIR ist darüber entrüstet, dass Veteranen des antifaschistischen Kampfes aus Albanien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Makedonien kein Visum für die Teilnahme am Kongress erhielten.

Während von einem „Europa ohne Grenzen“ gesprochen wird, zeigt dies die Realität. Das ist ein falsches politisches Signal.

Wir treten ein für ein einiges Europa, das auf den Traditionen des antifaschistischen Kampfes basiert und soziale Rechte und Freiheiten für alle Menschen fördert.

Beschluss zur Zypern-Frage

20. Oktober 2007

Der 14. Kongress der Internationalen Föderation der
Widerstandskämpfer (FIR), der vom 19. bis 20. Oktober in Athen
stattfand,

  • unterstreicht, dass der Respekt vor den Prinzipien der Charta der
    Vereinten Nationen, der Menschenrechtsdeklaration und den grundlegenden Rechten
    die einzige Basis für die Bewahrung des Friedens international und der
    Sicherheit in aller Welt darstellt.
  • bedauert die Tatsache, dass die internationale Gemeinschaft lokale
    Konflikte erleben muss, zu denen auch ausländische Interventionen
    gehören, in denen die obengenannten Prinzipien deutlich verletzt werden
    und die Entscheidungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen nicht
    umgesetzt werden.
  • ruft die Mitgliedsorganisationen der FIR auf, die Regierungen ihrer
    Länder zu drängen, die Bewältigung lokaler Konflikte oder
    ungelöster, dauerhafter Probleme – unter ihnen das Zypern–Problem –
    unter Berücksichtigung der Durchsetzung der Entscheidungen des
    Sicherheitsrates der Vereinten Nationen für friedliche
    Konfliktlösungen basierend auf dem Respekt des Völkerrechts und dem
    Vorrang der Menschenrechte und grundlegenden Rechten effizient zu
    unterstützen.
  • fordert das Sekretariat des Exekutivausschusses der FIR auf, die Vereinten
    Nationen zu ermuntern, Druck auf die Opponenten auszuüben, dass ihre
    Entscheidung der einzige Weg für eine friedliche Lösung
    darstelle.
  • in Sorge über die Kontinuität der Zypern Krise, die die
    internationale Sicherheit gefährdet, und über die Tatsache, dass die
    Entscheidungen der Vereinten Nationen zu Zypern bislang nicht umgesetzt wurden
    und über den wenig erfolgreichen Verlauf der bisherigen Verhandlungen,
    berücksichtigend die Notwendigkeit der Lösung des Zypern-Problems
    ohne weitere Verzögerung mit friedlichen Mitteln, fordert die dringliche
    Wiederaufnahme der Verhandlungen in einer substantiellen und effizienten Form
    im Rahmen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union, um so schnell
    wie möglich zu einer grundsätzlich akzeptablen Vereinbarung –
    basierend auf den fundamentalen und legalen Rechten aller Einwohner – zu
    kommen.

Erklärung der FIR an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments

20. Oktober 2007

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, die Dachvereinigung von Organisationen ehemaliger Widerstandskämpfer, Partisanen, Angehörigen der Anti-Hitler-Koalition, Verfolgten des Naziregimes und Antifaschisten heutiger Generationen aus über zwanzig Ländern Europas und Israels, wendet sich von ihrem XIV. Kongress vom Oktober 2007 in Athen an alle demokratischen Fraktionen im Europäischen Parlament und ruft sie auf, gegen Neofaschismus, Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie mit gutem Beispiel voranzugehen und antifaschistische Initiativen und Handlungsangebote zu unterstützen.

Wir rufen darüber hinaus das Europäische Parlament auf, die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass extrem rechte Gruppen im Europaparlament nicht weiterhin durch Steuergelder europäischer Bürger unterstützt werden und dass die Aktivitäten solcher Gruppen unmittelbar gestoppt werden.

Politische Erklärung

20. Oktober 2007

Im 62. Jahr nach dem militärischen Sieg über den Faschismus in Deutschland und Europa stehen wir vor einer widersprüchlichen Entwicklung.

Wir sehen positive Tendenzen,

dass die Kräfte an Einfluss gewinnen, die dafür eintreten, dass politische Konflikte nicht allein innerhalb Europas zunehmend mit friedlichen Mitteln gelöst werden,
dass es politisch breite Volksbewegungen für Demokratie und Freiheit, gegen Rassismus und Neofaschismus gibt,
dass die Kritik an den unsozialen Folgen der Globalisierung breite Teile der Bevölkerung erreicht und viele Ausdrucksformen friedlichen Protests gefunden hat.

Wir sehen aber auch Gefahren darin,

dass verschiedene Regierungen in Europa statt eine Ausweitung von Bürger- und Freiheitsrechten zu ermöglichen, auf eine „Festung Europa“ und die Ausweitung ihrer militärischen Rolle in der Welt orientieren.
Wir erleben die zunehmenden Versuche der amerikanischen Regierung, eine militärisch und politisch hegemoniale Politik in allen Teilen der Welt durchzusetzen.
Insbesondere für die serbische Provinz Kosovo und Metohia sehen wir die Gefahr der Abtrennung zu Lasten der serbischen Bevölkerung. Eine Lösung kann nur im Dialog und mit Beschluss des UN-Sicherheitsrates gefunden werden.
Nicht allein in Europa sollen durch entsprechende Regelungen die Freiheit der ökonomischen Beziehungen Vorrang vor den sozialen Rechten der Menschen haben. Menschen werden sozial ausgegrenzt und damit wird der Nährboden für extrem rechten Populismus und Xenophobie gelegt.
Trotz des Scheiterns der neoliberalen „Verfassung“ durch den Widerstand der Menschen bemühen sich konservative Politiker mit Totalitarismus-Thesen und Antikommunismus weiterhin die politischen Weichen nach rechts zu stellen.
Und die Erinnerung an die Leistungen des antifaschistischen Kampfes der Völker und Armeen wird in verschiedenen Ländern Europas mit Füßen getreten. Ein sichtbares Zeichen dafür war die Zerstörung des Monuments zur Erinnerung an die sowjetischen Befreier im Zentrum der Stadt Tallinn. Aber auch in anderen Teilen Europas werden antifaschistische Gedenkorte ganz praktisch oder ideologisch angegriffen. Solche Übergriffe werden aus Griechenland, Kroatien, Serbien, der Ukraine und anderen Ländern berichtet. Antifaschistische Denkmäler, Gedenkorte und Gedenkstätten sind unter den Schutz des internationalen Rechtes zu stellen.
Ein großes Problem sind Holocaust-Leugnung und alle Versuche der Verfälschungen der Geschichte des antifaschistischen Kampfes. Neofaschistische Kräfte betreiben eine Rehabilitierung der SS-Verbrecher und eine Umdeutung der Geschichte. Auch manche staatlichen Stellen beteiligen sich an solchen Umschreibungen von Geschichte, indem die Täter zu „Freiheitshelden“ gemacht werden und der Widerstandskampf kriminalisiert wird.

Ein solches Europa, eine solche Welt entspricht nicht den Zielen, denen wir uns in der Tradition des Antifaschismus verpflichtet fühlen.

„Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ bedeutet für uns,

die Errichtung demokratischer und sozial gerechter gesellschaftlicher Verhältnisse, in der alle Menschen ausreichende Versorgung und Anteil an den Reichtümern der Gesellschaft haben, die Absicherung der Beschäftigungsmöglichkeiten bei gerechter Entlohnung und die Gewährung von Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe für alle dort lebenden Menschen unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Religion,
die Anerkennung der Leistungen der Völker bei der Befreiung vom Faschismus und die Weitergabe dieses Wissens an die heutigen Generationen. Dazu gehört insbesondere auch die Anerkennung der sozialen Rechte der Verfolgten und Kämpfer gegen den Faschismus in den verschiedenen Abteilungen der Antihitlerkoalition.
den Schutz aller Menschen gegen Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie. Alle Bestrebungen, Gruppen und Parteien, die neofaschistische und rassistische Positionen vertreten, müssen geächtet und verboten werden.

Grundsätzlich heißt das auch, dass militärische Optionen in der Außenpolitik gegen die Lebensinteressen aller Menschen gerichtet sind. Die FIR als „Botschafter des Friedens der Vereinten Nationen“ wirkt immer wieder für nicht-militärische Konfliktlösungen. Besonders die Verschärfung der Spannungen durch die Pläne der amerikanischen Regierung zur Stationierung von Überwachungs- und Antiraketensystemen in Polen und der Tschechischen Republik widersprechen allen Ansätzen einer friedlichen Außenpolitik.

In diesem Sinne treten wir auch 62 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg ein für die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln und Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit.

„Gemeinsam Handeln für Frieden und gegenNeofaschismus“

23. September 2007

Internationale Föderation der Widerstandskämpfer
(FIR) bereitet Kongress vor

Was sind die Aufgaben der ehemaligen Widerstandskämpfer und heutiger Generationen im Kampf gegen Neofaschismus, für Frieden und Demokratie? Die Frage soll der 14. ordentliche Kongress der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten Ende Oktober in Athen beantworten.

Am Samstag, dem 22. September 2007, tagte aus diesem Grund der Exekutivausschuss der FIR auf Einladung der POAO in Athen.

Auf der Konferenz wurde die organisatorische und politische Vorbereitung der Konferenz besprochen. In der lebendigen Debatte über die vorgeschlagene „Politische Erklärung“ des Kongresses wurde unterstrichen, dass nicht allein die Probleme angesprochen werden dürfen, sondern auch die gesellschaftspolitischen Grundlagen der Gefahren für den Frieden, eine imperialistische Politik. Die Mitglieder des Exekutivausschusses aus Belgien, Deutschland, Griechenland, Russland und Ungarn trafen Entscheidungen über die Personalia und zur Gestaltung des Festaktes „20 Jahre – FIR Botschafter des Friedens der Vereinten Nationen“. Auf dem Kongress werden Delegationen aus etwa 20 europäischen Ländern und Israel erwartet. Sie werden aus verschiedenen Generationen stammen. Gleichzeitig wurden internationale Organisation der Zivilgesellschaft, die Fraktionen des Europäischen Parlaments und Vertreter der Vereinten Nationen eingeladen.

Am Ende seiner Sitzung diskutierte der Exekutivausschuss über das Internationale Jugendmeeting im Frühjahr 2008 in der KZ Gedenkstätte Buchenwald. Über 1000 Jugendliche aus ganz Europa werden zusammen mit den Veteranen und ehemaligen politischen Häftlingen des Lagers den Tag der Selbstbefreiung begehen.

Die Sitzung des Exekutivausschusses fand dank der Gastfreundschaft der griechischen Veteranenverbände in einer freundschaftlichen Atmosphäre statt. Michel Vanderborght, Präsident der FIR, danke der griechischen Mitgliedsorganisation für ihre gute Arbeit und stellte die Losung des 14. ordentlichen FIR-Kongresses vor: „Gemeinsam handeln für Frieden und gegen Neofaschismus“.

Dr. Ulrich Schneider
Generalsekretär

FIR auf dem Weg zum 14. Kongress in Athen

19. September 2007

Auf dem Kongress in Athen im Oktober 2007 wird die FIR das 20-jährige Jubiläum der Ernennung als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen begehen. Sie wird eine Bilanz des Neuanfangs ziehen, die politischen Schwerpunkte der nächsten Jahre bestimmen und die leitenden Gremien wählen.

Im Juni 2006 beging die FIR mit einem Festakt in Brüssel das 55. Gründungsjubiläum der Organisation. Man konnte zurückblicken auf eine wechselhafte Geschichte mit wichtigen politischen Höhepunkten, aber auch Rückschlägen – besonders die Auflösung der hauptamtlichen Strukturen hat die Handlungsfähigkeit der Föderation deutlich eingeschränkt. Es ist jedoch gelungen, trotz geringer finanzieller und personeller Kapazitäten eine lebendige Organisation zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Heute gehören der FIR über 50 Organisationen und Verbände aus 24 europäischen Ländern und Israel an. Damit ist sie die größte internationale Organisation ehemaliger Kämpfer gegen den Faschismus, Deportierter und Verfolgter des Naziregimes und Antifaschisten heutiger Generationen.

Die Änderung der Statuten und die Öffnung der FIR für Nachgeborene, die nicht als direkte Familienangehörige bereits Mitglieder sein konnten, sollte die politische Handlungsfähigkeit der Organisation auch im 21. Jahrhunderts sichern. Wie in verschiedenen nationalen Mitgliedsverbänden bereits vollzogen, konnte so eine Fortführung der politischen Arbeit trotz der schwindenden Kräfte der Zeugengeneration gewährleistet werden. Das konnte auch die Denunziation des bundesdeutschen Verfassungsschutzes, der die FIR unter „linksextremistische Bestrebungen“ einordnete, nicht verhindern. Die internationale Solidarität war stärker.

Und in den vergangenen Jahren wurde die politische Bedeutung der FIR auch praktisch sichtbar. Ihre Stellungnahmen zu politischen Gegenwartsfragen, besonders zum Thema „Die Gefahr der extremen Rechten in Europa“ und zur Friedensproblematik wurden gehört und verbreitet. Die Akzeptanz der Organisation zeigte sich in der großen Zahl von Einladungen zu Gedenkveranstaltungen, Konferenzen von nationalen Mitgliedsverbänden oder zu internationalen Tagungen zu diesen politischen Themen.

Die FIR und ihre leitenden Gremien waren offizielle Gäste bei den Feiern zum 60. Jahrestag des Sieges in Moskau am 9. Mai 2005, beim Weltkongress der Weltfrontkämpfer-Vereinigung (FMAC/ WVF) in Kuala Lumpur im Dezember 2006, bei den Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Caracas, bei den internationalen Dimitroff – Konferenzen in Bulgarien und der internationale Konferenz in Budapest im April 2005, sowie bei zahlreichen regionalen Beratungen.

Die FIR war selbst Gastgeber und Teilnehmer zweier politischer Konferenzen in den Räumlichkeiten des europäischen Parlaments im Mai 2006 und im Juni 2007. An der ersten Konferenz (gemeinsam mit der GUE/NGL – Fraktion) zum Thema „Antifaschismus in Europa“ nahmen etwa 70 Delegierte aus mehr als 20 Ländern Europas, Israel und den USA teil. Es ging um Neofaschismus und zunehmenden Rechtspopulismus in Europa, um Flüchtlingspolitik und andere Formen sozialer Ausgrenzung und ihre Auswirkungen für den politischen Aufschwung extrem rechter Kräfte, sowie um die Gefahren, die sich aus der imperialen Kriegspolitik der USA, der EU und einzelner Mitglieder ergeben.

Im Sommer 2007 fand auf Einladung der PSE – Fraktion eine jugendorientierte Konferenz zum Handeln gegen Neofaschismus statt. Die Vertreter der FIR konnten dort referieren, eingeladen waren junge Delegierte aus den Mitgliedsverbände der FIR.

Auf dem Kongress in Athen im Oktober 2007 soll es nun um zwei Themen gehen: Die FIR wird hier das 20-jährige Jubiläum der Ernennung als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen begehen. Angesichts der militärischen Konflikte in der Welt wird die FIR diese Aufgabe noch lange wahrnehmen müssen.

Zweitens soll eine Bilanz des Neuanfangs gezogen, die politischen Schwerpunkte der nächsten Jahre bestimmt und die leitenden Gremien gewählt werden, in denen wiederum die wichtigsten Mitgliedsverbände der FIR ihren politischen Platz haben sollen.

Ein erster politischer Höhepunkt der weiteren Arbeit steht bereits fest: Das internationale Jugendtreffen auf dem Ettersberg im April 2008 anlässlich des Jahrestages der Selbstbefreiung des KZ Buchenwalds.

Ulrich Schneider
Generalsekretär der FIR

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten