Unterstützt von unseren katalanischen Mitgliedsverbänden wird der XIX reguläre FIR-Kongress von Freitag, 27. Oktober bis Sonntag, 29. Oktober 2023 in Barcelona stattfinden.
Der Ablauf ist folgendermaßen geplant:
Die Eröffnungsveranstaltung wird am späten Nachmittag des 27. Oktobers im alten Rathaus der Stadt Barcelona mit der Verleihung des Michel Vanderborght Awards stattfinden.
Die Arbeitsphase des Kongresses findet am Samstag, den 28. Oktober von 9:00 h bis zum frühen Abend im Gebäude des Gewerkschaftsverbandes CCOO statt.
Dort geht es um die Diskussion zum politischen und Finanzberichts. Anschließend sollen drei politische Schwerpunktthemen ausführlicher diskutiert werden und zum Abschluss finden die Wahlen zum Exekutivausschuss und die Beschlussfassung über politische Erklärungen des Kongresses statt.
Am Sonntag nehmen wir gemeinsam mit den katalanischen Freunden und den internationalen Gästen an Gedenkveranstaltungen auf dem Friedhof für die Opfer des Franquismus und der zentralen Erinnerung an die „Despedita“ teil. Delegierte, die es ermöglichen können, sind eingeladen, am Sonntagnachmittag an einer Fahrt nach Tarragona gemeinsam mit AIVICS und der Amical de les Brigades Internacionals de Catalunya teilzunehmen.
Die Delegierten und Gäste für den Kongress sind bis spätestens zum 20. September 2023 per E-Mail zu melden. Anschließend erhalten alle Delegierten direkt die Kongressunterlagen und technische Details.
Der XIX FIR Kongress in Barcelona
20. September 2023
Den Frieden gewinnen – nicht den Krieg!
31. August 2023
Wir erinnern an die deutsche Aggression gegen Polen im Jahr 1939, also den militärischen Beginn des Zweiten Weltkriegs, als „Antikriegstag“ mit weltweiten Friedensaktivitäten. Die Vereinten Nationen haben den 21. September zum internationalen „Friedenstag“ erklärt. Zu beiden Anlässen unterstreicht die FIR ihre Grundposition als „Botschafter des Friedens“, als Kämpfer gegen den Krieg, für einen direkten Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen zur Beendigung von Kriegen.
Achtzehn Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine ist noch immer kein Ende des russisch-ukrainischen Krieges in Sicht. Stattdessen erleben wir in den letzten Monaten eine zunehmende Brutalisierung zu Lasten aller Menschen in den Kriegsregionen, in der Ukraine selber, im Donbass oder in den russischen Regionen, die mittlerweile ebenfalls Kriegsgebiet sind.
Im FIR-Newsletter haben wir unsere Sorge über den Einsatz von Munition, die langfristig die Lebensgrundlage aller Menschen in dieser Region zerstört, unterstrichen. Dazu gehört die Lieferung von nuklear angereicherten Geschossen, die eine höhere Durchschlagkraft haben sollen, durch Großbritanniens an die Ukraine. Bekannt ist, dass der Einsatz solcher Munition eine Verseuchung des Kampfgebietes selber auf Jahrzehnte bedeutet. Ob man mit diesen Waffen die „Befreiung“ eines Gebietes erreicht, ist mehr als fraglich. Sicher ist jedoch, dass in dieser Region Menschen zukünftig nur mit gesundheitlichen Schäden werden leben können – egal, wer bei der militärischen Auseinandersetzung die Oberhand erreicht hat. Gleiches gilt für den massiven Einsatz von Sprengfallen und Minen entweder beim Rückzug der eigenen Truppen oder bei der Sicherung von Verteidigungslinien. Schon bei der Überschwemmung bei der Staudammzerstörung wurden Landminen unkontrolliert durch die Wassermassen verteilt. Wir wissen aus früheren Kriegen in allen Teilen der Welt, dass Landminen eine der langfristigen Folgen eines Krieges auch nach der Beendigung der Kämpfe für die Zivilbevölkerung darstellen.
Wir vergessen nicht, dass als Konsequenz des Krieges und der politischen und militärischen Reaktionen aller Kriegsparteien etwa 16 Millionen Ukrainer aus dem Land fliehen mussten, gleichzeitig weitere Hunderte von Millionen Menschen in der ganzen Welt die Folgen eines Wirtschaftskriegs zu tragen haben, indem die Energiekosten extrem gestiegen, Düngemittel und Getreide für die ärmeren Länder der Welt fast unerschwinglich geworden sind und Spekulanten diesen Krieg nutzen, um ihre Gewinne zu steigern.
Dieser Krieg nimmt zunehmend den Charakter eines Stellvertreterkrieges zwischen Russland und den NATO-Staaten an – auf dem Rücken der Menschen in den Kriegsregionen. Während die Verbündeten der Ukraine mit der Ankündigung neuer Waffenlieferungen für einen Krieg planen, der noch viele Monate dauern soll, wiederholen wir unsern Appell vom November 2022:
„Waffen werden niemals Frieden bringen, Diplomatie und Verhandlungen sind der einzige Weg. Dies ist vor allem notwendig, um das Leben der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten zu retten.
Darin sehen wir uns auch in Übereinstimmung mit Papst Franziskus, der eindringlich vor der Gefahr eines Atomkrieges gewarnt hat, der nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch für alle europäischen Länder und erst recht für die gesamte Menschheit katastrophale Folgen haben wird.“
Es ist erkennbar, dass die Staaten des globalen Südens (wie die Delegation afrikanischer Staaten gezeigt hat) viele Anstrengungen unternehmen unter dem Motto „Nein zum Krieg und Ja zum Dialog und zur Zusammenarbeit.“ Sie fordern die Einstellung der Militarisierung der Region und Beendigung der Sanktionspolitik, die insbesondere die ärmsten Staaten der Welt belasten.
Die FIR und ihre Mitgliedsverbände rufen die Menschen in allen Ländern auf, ihre öffentlichen Aktivitäten für den Frieden zu verstärken, wie bereits am 1. September, dem Antikriegstag, in vielen Ländern oder am 21. September, dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen. Wenn die Stimmen der Völker lauter werden, müssen die Regierungen darauf reagieren.
Schon vor über einem Jahr appellierten wir an die ehemaligen Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges und ihre Verbände sich für die Einstellung der Kämpfe einzusetzen.
„Ein sofortiger Waffenstillstand ist notwendig, um die Zivilbevölkerung zu schützen, zu der viele ehemalige sowjetische Veteranen und ihre Familien gehören. Sie wissen besser als jeder andere, dass die Waffen schweigen müssen. Waffenlieferungen werden keinen Frieden bringen, sondern nur eine Einstellung der Kämpfe und ernsthafte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien.“
Das ist der Weg der Völker und des Lebens, der Traum von einer besseren, friedlicheren Welt. Das ist der Weg der Partisanen von heute.
Partisanen des Friedens, Partisanen der Menschlichkeit!
Chefankläger der Nürnberger Prozesse Benjamin Ferencz mit 103 Jahren gestorben
9. April 2023
Die FIR und ihre Mitgliedsverbände erinnern an Benjamin Ferencz, amerikanischer Ankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen, der im Alter von 103 Jahren in Florida starb. Er war der letzte bisher noch lebende Ankläger der Nürnberger Prozesse.
Nach Abschluss seines Jura-Studiums in Harvard kämpfte er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in der US-Armee und war bei der Befreiung mehrerer Konzentrationslager dabei.
In der amerikanischen Besatzungsadministration in Deutschland arbeitet der US-Jurist nach Kriegsende als Ermittler von Nazi-Kriegsverbrechen und bekam im Alter von 27 Jahren die Aufgabe als Chefankläger der US-Armee im sogenannten Einsatzgruppen-Prozess, einem der zwölf Nachfolgeverfahren des Nürnberger Prozesses gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher. Die NS-Einsatzgruppen waren für die Ermordung von mehr als einer Million Menschen, vor allem Juden, verantwortlich. Ferencz klagte 24 führende SS-Leute unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen an. Von den 22 Verurteilten in dem Prozess wurden vier hingerichtet.
Später trug Ferencz entscheidend zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs bei. Sein „unerschütterliches Streben nach einer friedlicheren und gerechteren Welt erstreckte sich über fast acht Jahrzehnte und prägte für immer die Art und Weise, wie wir auf die schlimmsten Verbrechen der Menschheit reagieren“, erklärte die Direktorin des Holocaust-Museums in Washington, Sara Bloomfield.
Den Frieden gewinnen – nicht den Krieg!
23. Februar 2023
Erklärung der FIR ein Jahr nach Beginn des Krieges in der Ukraine
Am 24. Februar 2022 sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert und haben damit den russisch-ukrainischen Konflikt erheblich eskaliert. Die Invasion hat Zehntausende von Toten auf beiden Seiten verursacht und die Rolle der NATO in der Region verschärft.
Als unmittelbare Folge der russischen Entscheidung mussten nicht nur etwa 16 Millionen Ukrainer aus dem Land fliehen, sondern weitere Hunderte von Millionen Menschen haben die Folgen eines Wirtschaftskriegs zu tragen, in dem die Energiekosten extrem gestiegen sind, Düngemittel und Getreide für die ärmeren Länder der Welt fast unerschwinglich geworden sind und Spekulanten diesen Krieg nutzen, um ihre Gewinne zu steigern.
Wir erleben, dass dieser Krieg durch massive Lieferungen von Angriffswaffen aus dem NATO-Arsenal und logistische Unterstützung zunehmend den Charakter eines Stellvertreterkrieges zwischen Russland und den NATO-Staaten annimmt. Darüber hinaus ist die Europäische Union in diesen Krieg involviert, anstatt den Weg der Verhandlungen zu gehen, der vor Jahren mit den Minsker Verträgen begann.
Inzwischen mehren sich weltweit die Stimmen der Vernunft, selbst ehemalige Militärs und Diplomaten, die einen sofortigen Waffenstillstand ohne Vorbedingungen und die Aufnahme von Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien fordern. In dem Aufruf des Weltveteranenverbands (WVF) und der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) vom November 2022 heißt es daher:
„Waffen werden niemals Frieden bringen, Diplomatie und Verhandlungen sind der einzige Weg. Dies ist vor allem notwendig, um das Leben der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten zu retten.
Darin sehen wir uns auch in Übereinstimmung mit Papst Franziskus, der eindringlich vor der Gefahr eines Atomkrieges gewarnt hat, der nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch für alle europäischen Länder und erst recht für die gesamte Menschheit katastrophale Folgen haben wird.“
Die internationalen Friedenskräfte appellieren daher an Russland und die Ukraine, die Vermittlungs- und Dialogangebote der Vereinten Nationen und verschiedener Staaten anzunehmen. Dies ist der einzige Weg, den Krieg zu beenden und Menschenleben zu retten. Wir begrüßen die Position der lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs auf dem CELAC-Gipfel in Argentinien, die den Grundsatz „Nein zum Krieg und Ja zum Dialog und zur Zusammenarbeit“ bekräftigt haben – das heißt: keine Waffenlieferungen und keine Sanktionen.
Wir rufen die Menschen in allen Ländern auf, ihre öffentlichen Aktivitäten für den Frieden zu verstärken, so wie es an diesem Wochenende in vielen europäischen Ländern geplant ist. Wenn die Stimme des Volkes lauter wird, müssen die Regierungen darauf reagieren.
Die FIR hat bereits im Frühjahr 2022 an die Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges in den verschiedenen europäischen Ländern und Israel appelliert, ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss zu nutzen und sich für die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten in diesem Krieg einzusetzen.
„Wendet euch an die politisch Verantwortlichen eurer Länder. Bitten Sie sie, durch einen Dialog mit den politischen Führern in Russland und der Ukraine sowie mit Vertretern des Militärs auf beiden Seiten eine sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten herbeizuführen und dafür zu sorgen, dass die Lieferung von Angriffswaffen diese Feindseligkeiten nicht in die Länge zieht. Ein sofortiger Waffenstillstand ist notwendig, um die Zivilbevölkerung zu schützen, zu der viele ehemalige sowjetische Veteranen und ihre Familien gehören. Sie wissen besser als jeder andere, dass die Waffen schweigen müssen. Waffenlieferungen werden keinen Frieden bringen, sondern nur eine Einstellung der Kämpfe und ernsthafte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien.“
Das ist der Weg der Völker und des Lebens, der Traum von einer besseren, friedlicheren Welt. Das ist der Weg der Partisanen von heute.
Partisanen des Friedens, Partisanen der Menschlichkeit!
FIR ist solidarisch mit den Opfern der Erdbebenkatastrophe in Syrien und der Türkei
7. Februar 2023
Die schweren Erdbeben vom Wochenende im kurdischen Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei haben nach bislang bestätigten Informationen fast 5.000 Todesopfer gefordert. Mehrere hundert Gebäude in den betroffenen Großstädten wurden zerstört bzw. sind vom Einsturz bedroht. Mehrere tausend Menschen werden noch unter den Zerstörungen vermisst.
Die FIR drückt ihr tiefes Mitgefühl und ihre Solidarität mit den Menschen in der Katastrophenregion aus. Es ist wichtig, dass jetzt beiden Seiten umfassende humanitäre Hilfe zuteilwird. Wir begrüßen ausdrücklich den Einsatz von Katastrophenhelfern aus allen europäischen Ländern. Auch aus Asien wurden bereits Hilfen zugesagt.
Im Interesse der Menschen, in ihrer überwiegenden Zahl sind es die hier lebenden Kurden, darf es nicht zugelassen werden, dass aus Gründen politischer Vorbehalte solche Unterstützung nur in einem Teil der zerstörten Gebiete ankommt. Die humanitäre Hilfe muss grenzüberschreitend sein – dass ist die Solidarität, die heute benötigt wird.
Nachruf Michail A. Moiseev
18. Dezember 2022
Mit tiefer Trauer nehmen wir heute Abschied vom Vorsitzenden der Russischen Union der Veteranen, General Michail Alexejewitsch Moiseev. Er starb wenige Wochen vor seinem 84. Geburtstag.
Michail A. Moiseev war sein Leben lang in der Armee. Geprägt durch die Erfahrungen des Nazi-deutschen Überfalls und den Großen Vaterländischen Krieg, der auch in seiner Familie Lücken gerissen hat, entschied er sich für einen Weg in die Reihen der sowjetischen Armee. Am Ende seiner beruflichen Laufbahn war er Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation. Als er aus dem aktiven Dienst ausschied, blieb er gesellschaftlich aktiv, wurde als Wahlkreiskandidat zum Abgeordneten der Staatsduma der Russischen Föderation gewählt und übernahm die Verantwortung als Vorsitzender des Russischen Veteranenverbandes, bei dessen Neuorganisation er in den letzten Jahren aktiv mitarbeitete. Die Russische Union der Veteranen würdigte ihn als großen Sohn der UdSSR und Russlands, einen wahren Patrioten, der sein ganzes Leben dem Dienst am Vaterland gewidmet hat.

Als Vorsitzender der Russischen Union der Veteranen übernahm er auch Verantwortung in der FIR. 2013 wählt ihn der 16. FIR Kongress in Sofia zum Vize-Präsident der Organisation. Er war einer der Motoren der „internationalen antifaschistischen Konferenzen“ und repräsentierte den russischen Verband und die FIR bei verschiedenen Gedenkveranstaltungen. Als er 2019 aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, ernannten ihn die Delegierten zum Mitglied des Ehrenpräsidiums. Auch in dieser Funktion übernahm er weiterhin Aufgaben im Sinne der gemeinsamen antifaschistischen Arbeit, indem er die Kontakte zu den Nachfolgeverbänden des ehemaligen sowjetischen Kriegsveteranenverbandes pflegte.
Michail A. Moiseev war vom russischen Veteranenverband als Preisträger des Michel Vanderborght Awards vorgeschlagen. Da die Zeremonie in das Jahr 2023 verlegt werden musste, konnte er diese Würdigung nicht mehr erleben.
Die FIR drückt seiner Familie und seinen Kameraden in der Russischen Union der Veteranen ihr tiefes Mitgefühl aus. Die FIR und ihre Mitgliedsverbände werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Gemeinsamer Friedensappell der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) und des Weltveteranenverbandes (WVF)
4. November 2022
WVF und FIR, beide als „Botschafter des Friedens“ der Vereinten Nationen ausgezeichnet, erheben in der Tradition der Veteranen des Zweiten Weltkriegs und der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, verbunden mit relevanten Kräften der Zivilgesellschaft in vielen Ländern Europas, in der aktuellen Situation ihre Stimme, für die Beendigung des Krieges in der Ukraine.
Wir rufen beide Seiten und alle verbündeten Kräfte zu einem sofortigen Waffenstillstand und zur Aufnahme von internationalen Verhandlungen auf. Waffen werden niemals Frieden bringen, Diplomatie und Verhandlungen sind der einzige Weg. Dies ist vor allem notwendig, um das Leben der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten zu retten.
Darin sehen wir uns auch mit Papst Franziskus einig, der eindringlich vor der Gefahr eines Atomkriegs gewarnt hat, der nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch für alle europäischen Länder und definitiv für die gesamte Menschheit katastrophale Folgen haben wird.
Dan Viggo Bergtun (Präsident WVF) , Vilmos Hanti (Präsident FIR)
Internationale Antifaschistische Konferenz der FIR in Belgrad
28. Oktober 2022
Am 24. und 25. Oktober 2022 fand mit Unterstützung der serbischen Veteranenorganisation SUBNOR in Belgrad die Internationale Antifaschistische Konferenz der FIR statt. Delegierte von Veteranen und antifaschistischen Verbänden aus mehr als 20 Ländern diskutierten über die Gefahr der Rechtsentwicklung im heutigen Europa. Die Konferenz wurde von den Medien intensiv wahrgenommen. Die wichtigsten TV-Nachrichten berichteten am Montagabend in einem dreiminütigen Bericht. Mehrere Vertreter der serbischen Regierung nahmen an der Konferenz teil. Die Leiterin des Präsidialamtes und der neu gewählte Außenminister sprachen bei der Eröffnung der Veranstaltung. Es war auch eine Ehre, dass der Präsident des Weltveteranenverbandes (FMAC) an dieser Veranstaltung teilnahm. Mehr als 30 Beiträge, darunter eine Videobotschaft des russischen Veteranenverbandes, wurden präsentiert. Die Schlussbotschaft fasst die wichtigsten Themen der Konferenz zusammen:

Die Gefahr der Rechtsentwicklung im heutigen Europa wurde in den letzten Wochen nicht nur durch die Ergebnisse der Wahlkämpfe in Schweden und Italien bestätigt. Wir erleben zum ersten Mal seit Jahrzehnten, dass die Ministerpräsidentin eines wichtigen europäischen Landes ihre faschistische Herkunft nie verleugnet hat. Das stärkt die rechten Tendenzen, mit denen wir in anderen Staaten wie Ungarn, Polen und mehreren baltischen Republiken zu kämpfen haben. Nicht nur in den Regierungen, sondern auch auf regionaler Ebene beeinflussen rechte Tendenzen die Politik in Europa, wie wir in Belgien, Spanien und auch in Deutschland sehen können. Auf diese Weise beeinflussen sie auch die politischen Debatten und Entscheidungen im Europäischen Parlament.
Diese Kräfte stehen für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Hassreden, antidemokratische Tendenzen und soziale Spaltung, Verweigerung des Rechts auf Vielfalt, reale faschistische Gewalt gegen Flüchtlinge und Ausländer, Zerstörung von Treffpunkten demokratischer Organisationen u.a. Außerdem müssen wir registrieren, dass Gedenkstätten sowie Synagogen und Moscheen geschändet werden.
Das Erstarken der rechten Kräfte hängt auch mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Obwohl rechte Gruppen manchmal zum „Frieden“ aufrufen, sehen sie sich als Profiteure dieses Krieges. Sie erwarten als Folge der sozialen Probleme für die Menschen und die Proteste dagegen einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in europäischen Ländern.
Die FIR unterstreicht ihre Position, die wir schon zu Beginn des Krieges in der Ukraine deutlich gemacht haben: Dieser Krieg kann nicht im Namen des Antifaschismus legitimiert werden. Die FIR fordert einen sofortigen Waffenstillstand und die Aufnahme von internationalen Verhandlungen. Waffen werden niemals Frieden bringen, Diplomatie und Verhandlungen sind der einzige Weg. Dies ist vor allem notwendig, um das Leben der Zivilbevölkerung zu retten.
Die zweite Seite der Medaille sind problematische Tendenzen des Geschichtsrevisionismus, die Zerstörung von Gedenkstätten und Mahnmalen selber, wie wir sie in mehreren europäischen Ländern erleben. Während Neofaschisten Gedenkbäume für Häftlinge des KZ Buchenwald zerstören, werden in anderen Ländern die zentralen Gedenkstätten für die sowjetischen Befreier von staatlichen Behörden demoliert. Dies geht einher mit geschichtsrevisionistischen Tendenzen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen. Mehr denn je erheben wir unsere Stimme, um gegen diese Entwicklung zu protestieren, und engagieren uns für die Stärkung des Antifaschismus in der Zivilgesellschaft, um das Erbe der Widerstandskämpfer, der Überlebenden und Befreier zu bewahren. Dies muss eine Aufgabe der Erziehung der jungen Generationen sein.
Die Internationale Antifaschistische Konferenz ruft alle Demokraten dazu auf, sich des Rechtspopulismus, der rechtsextremen „Versprechungen“ und der realen Bedrohungen für unser Leben bewusst zu sein. Wir weisen auf diese Gefahr hin und laden die Zivilgesellschaft, die Organisationen der Veteranen, die heutigen Antifaschisten, die Gewerkschaften, die Menschenrechtsorganisationen, die Jugendbewegungen und -initiativen und auch die Konservativen ein, zusammen zu kommen. Bildet Netzwerke und Bewegungen, die offen sind für alle Menschen, die bereit sind, die Demokratie, die Freiheit sowie politische und soziale Rechte aller Menschen in dem jeweiligen Land zu verteidigen.
Wir müssen uns entschieden der extrem rechten Gefahr entgegenstellen.
„Antifaschismus heute und die Gefahr rechte Politik in Europa“
19. Oktober 2022
Internationale antifaschistische Konferenz von FIR und SUBNOR im Oktober 2022
Unter diesem Motto organisiert die FIR am 24. Oktober 2022 eine internationale antifaschistische Konferenz in Belgrad. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jahrestages des Aufstandes in Jugoslawien vor 80 Jahren und zum Gedenken der Befreiung von Belgrad statt.
Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden der FIR und gesellschaftlichen Partnern aus den internationalen antifaschistischen Netzwerken wollen wir eine politische Bestandsaufnahme der Gefahren der extrem rechten Politik in Europa knapp zwei Jahre vor der nächsten Europawahl versuchen. Betrachtet werden sollen die Politik von rechten Parteien an der Macht, wie in Ungarn und Polen, sowie die Wahlergebnisse für extrem rechte und rechtspopulistische Parteien in Frankreich, Spanien und Italien. Diese Resultate sind nicht nur politische Stimmungsbilder, sondern auch dramatische Warnzeichen für den Einfluss auf politische Entscheidungen nicht allein auf nationaler Ebene, sondern für ganz Europa. Wir wollen aber auch Beispiele kennen lernen, die zeigen, diese Tendenz ist aufhaltbar, z.B. die Ergebnisse der Wahlen in Slowenien.
Rechte Politik drückt sich nicht nur in Wahlergebnisse aus, sondern führt auf den unterschiedlichen Ebenen zu einer Verschärfung innenpolitischer und außenpolitischer Spannungen. Insbesondere die Zunahme von nationalistischen Konflikten ist in verschiedenen Teilen Europas Ausdruck zunehmender politischer Instabilität, und das gilt natürlich nicht allein für den Krieg in der Ukraine.
Wir erwarten Gäste und Delegierte aus allen Mitgliedsverbänden der FIR und aus internationalen Netzwerken, mit denen wir in der antifaschistischen Arbeit verbunden sind. In dieser gemeinsamen Beratung erhoffen wir uns Antworten zu „Antifaschismus heute und die Gefahr der rechten Politik in Europa“.
FIR überreicht Gedenkorte Dokumentation an Thüringens Ministerpräsidenten Ramelow
2. September 2022

Ende August hatte der Generalsekretär der FIR, Dr. Ulrich Schneider, einen offiziellen Termin in der Thüringischen Staatskanzlei zur Präsentation der Gedenkorte-Dokumentation und einem Gedankenaustausch zur Erinnerungspolitik mit Bodo Ramelow, dem Thüringer Ministerpräsidenten und aktuellen Präsidenten des Deutschen Bundesrates.
Gemeinsam mit zwei Vertreterinnen der Thüringischen VVN-BdA, die seit vielen Jahren eine aktive Erinnerungspolitik an den verschiedenen Gedenkorten betreiben, wurden gemeinsame Vorschläge für die Einbindung der Gedenkorte in das zivilgesellschaftliche Gedenken diskutiert.
Es war aus der Sicht aller Beteiligten ein konstruktiver Dialog, der zeigte, dass die FIR und ihre Mitgliedverbände als relevante Gesprächspartner in der Erinnerungspolitik und für heutige Fragen der antifaschistischen Perspektive wahrgenommen werden.

