Wir nehmen Abschied von Ilja S. Kremer (Russland)[:en]Obituary Ilya S. Kremer (Russia)

23. März 2020

Mit tiefer Trauer müssen wir den Tod unseres langjährigen Kameraden und Mitglied des Ehrenpräsidiums Ilja Semjonowitsch Kremer mitteilen. Er starb am 23. März 2020 im Alter von 98 Jahren in Moskau.

Iljakämpfte in den Reihen der sowjetischen Streitkräfte im Großen Vaterländischen Krieg und war an der Befreiung von berlin 1945 beteiligt. Er war Jahrzehnte für die FIR aktiv, als politischer Sekretär, als Vertreter des sowjetischen bzw. russischen Veteranenverbandes und als Berater für internationale Beziehungen. Die FIR hat ihn mit dem Michel Vanderborght Award geehrt und als Mitglied des Ehrenpräsidiums mehrfach bestätigt.

Unser Beileid gilt seiner Familie und dem Kameraden des Russischen Verbandes der Veteranen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.[:en]It is with deep sorrow that we must announce the death of our long-time comrade and member of the Honorary Presidency Ilya Semyonovich Kremer. He died March 23, 2020 in Moscow at the age of 98.

Ilja fought in the ranks of the soviet army in the great Patriotic War and participated in the liberation of Berlin 1945. He was active for decades for the FIR, as political secretary, as representative of the Soviet and/or Russian veterans federation and as senior consulter and advisor for international relations.
FIR honored him with the Michel Vanderborght Award and confirmed him as a member of the honorary presidency several times.

Our condolences go to his family and the comrade of the Russian Veterans Union. We will keep an honourable memory of him.

Corona-Virus und internationale antifaschistische Arbeit[:en]Corona virus and international antifascist work

14. März 2020

Mit großer Sorge verfolgen die FIR und ihre Mitgliedsverbände die aktuelle Ausbreitung des Corona-Virus in Europa. Wir sind nicht nur besorgt wegen der die gesamte Gesellschaft erfassenden gesundheitlichen Aspekte, sondern weil diese Pandemie in vielfältiger Form die antifaschistische und Erinnerungsarbeit der FIR und aller Mitgliedsverbände betrifft.

Seit dieser Woche wurden in allen deutschen KZ-Gedenkstätten die internationalen Erinnerungsfeierlichkeiten aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung abgesagt. Die Absagen wurden – nach unseren Informationen – von den Gedenkstättenleitungen mit den Internationalen Lagerkomitees abgesprochen. Nur die Befreiungsfeierlichkeiten in Mauthausen im Mai 2020 sind noch nicht abgesagt worden. Jedoch ist die Gedenkstätte Mauthausen aufgrund einer staatlichen Verfügung bis Anfang April geschlossen. Das gleiche betrifft die Gedenkstätte Auschwitz, die bis Ende März vorläufig geschlossen wurde. Begründet wurden die Absagen der Veranstaltungen damit, dass insbesondere ältere Menschen zu den Hochrisiko-Gruppen gehören, deren Leben bei einer Erkrankung ernsthaft gefährdet ist. Wir begrüßen solche gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen, selbst wenn der politische Schaden aus unserer Sicht immens ist.

Auch die Projekte der FIR und ihrer Mitgliedsverbände werden durch diese Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie massiv behindert. In Ungarn musste die jährliche Verleihung des Radnoti Preises um einige Monate verschoben werden. In Italien sind die traditionellen Feiern zum 25. April, dem Befreiungstag, akut gefährdet. Die geplante antifaschistische Konferenz des Verbandes der russischen Veteranen muss ebenfalls auf die zweite Jahreshälfte verschoben werden. Und das großartige Jugendprojekt „Zug der Tausend“, der Gedenkzug von Brüssel nach Auschwitz, steht aufgrund der europaweiten Einschränkungen für die Reisemöglichkeiten und den gesundheitlichen Gefährdungen für die Teilnehmenden auf der Kippe.

Solche Einschränkungen sind politisch schmerzlich, aber wichtig ist in dieser Situation, dass alle unsere Mitstreiter und insbesondere die Veteranen des antifaschistischen Kampfes gesund bleiben und auch zukünftig ihren Beitrag für unsere gemeinsame Sache leisten können.

Es bleibt in der Verantwortung der FIR und ihrer Mitgliedsverbände, dass nach dem Abklingen der Pandemie die Staaten und die gesellschaftlichen Einrichtungen nicht „zur Tagesordnung“ übergehen.

Wir treten dafür ein, dass in allen Gedenkstätten in angemessener Form der Befreiung der Lager auch in den kommenden Jahren gedacht wird. Die nachvollziehbaren Absagen der diesjährigen Gedenkfeiern dürfen nicht zum Vorwand genommen werden, auch zukünftig, dieses Datum zu ignorieren.

Gemeinsam mit den Überlebende und ihren Angehörigen sowie den antifaschistischen Verbänden sind die Gedenkstätten auch zukünftig verpflichtet, eine würdige und dem Vermächtnis der Überlebenden entsprechende Gedenk- und Erinnerungsarbeit zu organisieren.

Die Tage der Befreiung und der Tag des Sieges am 9. Mai 1945 bleiben im kollektiven Gedächtnis der Völker und werden auch zukünftig begangen – unabhängig von Corona-Virus und anderen Einschränkungen.[:en]With large concern, the FIR and its member federations pursue the current spreading of the Corona virus in Europe. We are not only concerned about the health aspects seizing the entire society, but because this pandemic affects in various forms the anti-fascist and remembrance work of the FIR and all member federations.

Since this week in all German concentration camp memorial places the international commemoration ceremonies on the occasion of the 75th anniversary of the liberation were cancelled. These cancellations were – according to our information – coordinated by the memorial site management with the international camp committees. Only the liberation celebrations in Mauthausen in May 2020 have not yet been cancelled. However, the Mauthausen Memorial is closed until the beginning of April due to a government order. The same applies to the Auschwitz Memorial, which has been temporarily closed until the end of March. The reason given for the cancellations was that older people in particular belong to the high-risk groups whose lives are seriously endangered by illness. We welcome such preventive health measures, even if the political damage is immense in our view.

In addition, the projects of the FIR and its member federations are massively obstructed by these precautionary measures for the containment of the pandemic. In Hungary, the annual awarding of the Radnoti price had to be postponed for some months. In Italy, the traditional celebrations to 25 April, the liberation day, are actually endangered. The planned anti-fascist conference of the Russian Veterans Association must also be postponed to the second half of the year. Moreover, the great youth project „Train of a Thousand“, the commemorative train from Brussels to Auschwitz, is in danger to be cancelled due to the Europe-wide restrictions on travel possibilities and the health risks for the participants.

Such restrictions are politically painful, but what is important in this situation is that all our comrades-in-arms and especially the veterans of the anti-fascist struggle stay healthy and can continue to make their contribution to our common tasks.

It remains in the responsibility of the FIR and its member federations that after the pandemic has died down, the state institutions and the memorial places should not go over „to the agenda“.

We stand up for the fact that in all memorial places in appropriate form the liberation of the camps will be remembered also in the coming years. The understandable cancellations of this year’s commemorations must not be used as an excuse to ignore this date in the future.

Together with the survivors and their relatives as well as the anti-fascist associations, the memorial sites are obliged also in the future to organize a worthy commemoration and remembrance work corresponding to the survivors‘ legacy.

The days of liberation and the Day of Victory on May 9, 1945 remain in the collective memory of the peoples and will continue to be commemorated in the future – regardless of corona virus and other restrictions.

27. Januar 1945 – vor 75 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit

25. Januar 2020

Am 27. Januar 1945 gelang es der 60. Armee der I. Ukrainischen Front, deren Oberkommandierender Marschall I.S. Konew war, das Vernichtungslager Auschwitz zu befreien.

Auschwitz steht bis heute als Symbol für die unfassbare Monstrosität der faschistischen Vernichtungspolitik. In das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz wurden vom Sommer 1940 bis Januar 1945 über 1,3 Mio. Menschen aus ganz Europa, Juden, Sinti und Roma, politische Gegner und andere Ausgegrenzte verschleppt, mindestens 1,1 Mio. wurden in den Gaskammern, durch Erschießungen oder durch „Vernichtung durch Arbeit“ für den IG Farben Konzern und andere Rüstungsbetriebe ermordet.

Am Vormittag des 27. Januar 1945 erreichte die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der 1. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel A. Kurotschkin zuerst das Hauptlager von Monowitz. Einheiten der Waffen-SS und der Wehrmacht leisteten noch erbitterten militärischen Widerstand, so dass über 230 sowjetische Soldaten bei der Befreiung von Auschwitz ihr Leben ließen. Im Laufe des Tages stießen die Soldaten der Roten Armee nach Auschwitz und Birkenau vor.

Im Stammlager, in Birkenau und Monowitz trafen sie nur noch etwa 7.000 Häftlinge an. Noch in den ersten Tagen nach der Befreiung starben zahlreiche Häftlinge an Entkräftung. Unter den Befreiten befanden sich über 200 Kinder im Alter bis zu 15 Jahren, zumeist Zwillinge, die als Versuchsobjekte für SS-Ärzte vorgesehen waren. Auf dem Gelände selber fanden die sowjetischen Soldaten etwa 600 Tote – Lagerinsassen, die von SS-Männern noch unmittelbar vor ihrem Abzug erschossen worden waren.

Die Überlebenden von Auschwitz formulierten Anfang März 1945 in einer Botschaft: „Wir, die geretteten ehemaligen Häftlinge, verdanken unsere Rettung der tapferen Roten Armee und bitten die internationale Öffentlichkeit und ihre Regierungen hiervon Kenntnis zu nehmen und in unserem Namen hierfür Dank abzustatten.“

Seit über einem Jahrzehnt wird – auf Beschluss der Vereinten Nationen – der 27. Januar weltweit als Internationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen. Die FIR und ihre Mitgliedsverbände werden die Opfer der faschistischen Vernichtungspolitik und die Befreiungsleistungen der Kämpfer der Roten Armee als Teil der Anti-Hitler-Koalition niemals vergessen – gerade nicht am 27. Januar 2020.

 

Impressionen vom XVIII FIR Kongress in Reggio Emilia

8. Dezember 2019

Begrüßung der Delegierten und Gäste im „Sale di Tricolore“

Eröffnung der Konferenz durch Präsident Vilmos Hanti

Der Generalsekretär präsentiert einen illustrierten Rechenschaftsbericht

Die Delegierten und Gäste folgen aufmerksam der Konferenz

Eine würdige Kranzniederlegung in der Innenstadt von Reggio Emilia

 

Brief an die bulgarischen staatlichen Stellen

8. Dezember 2019

Die FIR unterstützt den berechtigten Wunsch der bulgarischen Veteranen und Antifaschisten, gesellschaftlich als Kämpfer in den Reihen der Anti-Hitler-Koalition anerkannt zu werden. Der Kongress beschließt, dass das folgende Schreiben an die bulgarischen Behörden geschickt wird:

TO: TSVETA KARAYANCHEVA , Vorsitzende des BULGARISCHEN PARLAMENTS
TO: MR. BOYKO BORISOV, PREMIERMINSTER VON BULGARIEN
TO: MR. RUMEN RADEV, PRÄSIDENT VON BULGARIEN

Wir waren überrascht zu erfahren, dass Bulgaren, die am antifaschistischen Kampf zwischen 1941-1944 in Bulgarien teilgenommen haben, nicht als Veteranen des Zweiten Weltkriegs anerkannt werden. Für uns bedeutet das, dass damit erstens die Erinnerung an Tausende von bulgarischen Antifaschisten, die im antifaschistischen Kampf ihr Blut für das Land gegeben haben, missachtet und gering geschätzt werden, und zweitens sehen wir diese Tatsache als Respektlosigkeit gegenüber den bulgarischen Helden, die heute nicht mehr leben.
Ist es richtig, dass Mitglieder des antifaschistischen Widerstands in Bulgarien in den Tagen, in denen das Land Vollmitglied der Europäischen Union ist, keinen offiziellen Status von Veteranen des Zweiten Weltkriegs hat? Für uns ist das nicht richtig und gerecht. Inwiefern unterscheiden sich die bulgarischen Antifaschisten von ihren Brüdern, die sich im antifaschistischen Widerstand in Europa befanden? Für uns gibt es keinen solchen Unterschied! Wir alle haben mutig gegen Hitlers Faschismus gekämpft.
Wir möchten Sie, verehrte Parlamentarier und politisch Verantwortliche, offiziell bitten, uns bei der offiziellen Anerkennung des bulgarischen Antifaschisten als Veteranen des Zweiten Weltkriegs durch das bulgarische Parlament zu unterstützen.
Mit dieser Geste werden Sie nicht nur den bulgarischen Antifaschisten, deren Zahl seit Jahren aus biologischen Gründen abnimmt, Respekt zollen, sondern auch der bulgarischen Öffentlichkeit eine solide Grundlagegeben, dass Sie die europäischen Werte und Traditionen gewährleisten, und Sie werden auch ein Beispiel dafür geben, wie Sie heute im Kampf gegen den Neofaschismus, der auf dem ganzen Kontinent wieder aufersteht, vorgehen. Lassen Sie dem neofaschistischen Fieber keine Chance, sich in unseren Ländern zu entwickeln.
Wir wünschen Ihnen Gesundheit, Heiterkeit und Erfolg bei Ihrer verantwortungsvollen Arbeit als Europaparlamentarier für den Fortschritt und das Wohl des Friedens in ganz Europa.

Erklärung gegen aktuellen Geschichtsrevisionismus

8. Dezember 2019

Die Delegierten des XVIII. Kongresses der Federation Internationale des Resistants (FIR) – Association Antifasciste sind zutiefst entsetzt über die Annahme einer Resolution zum „Europäischen Gedenken für die Zukunft Europas“ am 19. September 2019 durch das Europäische Parlament.
Dieses öffnet die Türen der Europäischen Union für faschistische Interventionen. Außerdem fordert sie die europäischen Länder auf, mit allen Mittel solche antinationale Politik zu unterstützen, die die Gräueltaten und Verbrechen des Faschismus im Zweiten Weltkriegs umfasst.

Tatsache ist, dass 535 Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die aus dem sich verändernden und fortgeschrittenen Teilen Europas, das zur Zeit des Zweiten Weltkriegs vom Nazi-Deutschland besetzt und unterdrückt wurden, delegiert wurden, mit deutlicher Mehrheit diese harte und schamlose Resolution mit verfälschendem Inhalt angenommen haben.
So verteidigen sie ohne jegliche historische Erinnerung revisionistische, russophobische und antikommunistische Positionen und rechtfertigen den Neoliberalismus.
Wie kann das „Vereinigte Europa“ die historische Wahrheit leugnen und erklären, dass der Anstifter des Zweiten Weltkriegs die Sowjetunion sei, oder erklären, dass der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag der Grund für die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs sei? Wie kann Europa behaupten, dass Nazi-Deutschland und die Sowjetunion Zwillinge sind, die die Aufteilung der Welt beschlossen hätten? Wie kann das neue Europa behaupten, dass die Rote Armee nicht der Befreier Europas war und dass sie Versklaver und Besatzer gewesen seien?

Wir haben uns in aller Deutlichkeit gegen diese angenommene Entschließung des Europäischen Parlaments ausgesprochen und bedauern diese. Wir akzeptieren auch nicht die Verfälschung der historischen Ereignisse dieser Zeit. Wir appellieren an alle fortschrittlich denkenden Menschen, ihre Kräfte im Kampf mit allen Versuchen des Wiederauflebens des Faschismus zu vereinen;

Wir treten ein für eine Bestätigung der historischen Wahrheit:
– Die Sowjetunion war kein Anstifter des Zweiten Weltkriegs.
– Niemals hatten Nazi-Deutschland und die Sowjetunion Verhandlungen über die Teilung der Welt geführt.
– Die Rote Armee als Teil der Anti-Hitler-Koalition hatte den größten Beitrag zur Befreiung Europas vom Nazismus.

Wir werden die historische Wahrheit des Zweiten Weltkriegs verteidigen und für Frieden, Freiheit und Demarkation in ganz Europa und der Welt kämpfen!

Stop der finanziellen Angriffe auf die VVN-BdA

8. Dezember 2019

Die FIR registriert mit Besorgnis, dass die deutsche Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) mit den Mitteln des Steuerrechts angegriffen wird. Ihre politische Arbeit gegen alte und neue Nazis, gegen Rassismus und Demokratieabbau, für antifaschistisches historisches Gedächtnis und Völkerverständigung sowie die Unterstützung der letzten noch lebenden Zeitzeugen aus Verfolgung und Widerstand werden durch finanzielle Restriktionen erschwert.

Während einerseits die politisch Verantwortlichen in Deutschland nach dem Attentatsversuch auf eine Synagoge in Halle vollmundig über den Kampf gegen Rechtsextreme und Antisemitismus sprachen, wird andererseits die größte antifaschistische Organisation in Deutschland auf finanzieller Ebene angegriffen. Damit leistet die Finanzverwaltung einen Beitrag zur Verfolgung des Antifaschismus – genau wie es die extrem rechte AfD fordert.
Die VVN-BdA ruft unter dem Motto „Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben“ auf:
„Wir fordern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für unsere Organisation!
Wir fordern praktische Unterstützung für alle zivilgesellschaftlichen Gruppen und Organisationen, die die Werte des Grundgesetzes gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische Angriffe verteidigen!“

Die FIR unterstützt die VVN-BdA im Kampf um ihren gemeinnützigen Charakter. Wir sehen im Verfahren der Finanzbehörde den Versuch, die Organisation mit dem Instrument des Steuerrechts politisch mundtot zu machen.
Wir fordern den deutschen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und die Landesfinanzminister auf, diese Angriffe auf eine aktive zivilgesellschaftliche Organisation im Kampf gegen Neofaschismus und rechtsextreme Entwicklung einzustellen.
Wir rufen unsere Mitgliedsverbände auf, die VVN-BdA zu unterstützen, indem sie sich an die deutschen Botschaften wenden und Protestnoten gegen diese Angriffe gegen die größte, älteste, überparteiliche und konfessionslose Organisation von Antifaschisten in Deutschland senden.

Aktiv zum „internationalen Tag gegen Rassismus“

8. Dezember 2019

1966 haben die Vereinten Nationen den 21. März zum Internationalen Tag gegen Rassismus gemacht. Das Datum erinnert an das Massaker der südafrikanischen Rassisten-Regierung in Sharpeville, bei dem sechs Jahre zuvor 69 Menschen ermordet worden waren. Das Apartheid-Regime in Südafrika ist Geschichte, der Rassismus weltweit leider nicht. Im Gegenteil: wir erleben weltweit eine erschreckende Zunahme dieser menschenverachtenden Ideologie und der daraus folgenden Diskriminierungen durch Gesetze und andere politische Entscheidungen.

Deshalb ist der Internationale Tag gegen Rassismus auch heute ein wichtiger Tag, an dem Antifaschistinnen und Antifaschisten ein gemeinsames Zeichen setzen sollten. In vielen Ländern gibt es dazu Bündnisse, auch die Bewegung „Stand Up to Racism“ hat mit der Seite „# world against racism“ eine Möglichkeit zur Vernetzung geschaffen.

Alle Mitgliedsverbände der FIR werden aufgefordert, in ihren Ländern dazu beizutragen, dass der 21. März 2020 zu einem eindrucksvollen öffentlichen Aktionstag gegen Rassismus und rechte Hetze wird.

SS-Renten stoppen, Opfer entschädigen

8. Dezember 2019

Am 8., bzw. 9. Mai 2020 begehen wir zum 75. Mal den Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und seinem barbarischen Krieg durch den militärischen Sieg über das deutsche Nazi-Regime.

Noch immer leben in Deutschland und anderen Ländern ehemalige Kämpfer der Waffen-SS, die – von Belgien über Lettland bis nach Finnland –  für ihre Beteiligung an Massakern, Völkermord und Vernichtungskrieg bis heute Renten aus Deutschland beziehen. Gleichzeitig wird ihren Opfern noch immer jede Entschädigung verweigert.

Die FIR unterstützt alle Initiativen, die Rentenzahlungen an ehemalige Mitglieder der Waffen-SS zu stoppen ebenso wie die Forderungen von Überlebenden und Angehörigen von Opfern der zahlreichen Massaker, der Jüdischen Gemeinde in Thessaloniki, des griechischen Staates und anderer Opfer von Nazi-Terror nach Entschädigung.

In Zeiten, in denen extrem rechte, nationalistische und autoritäre Bewegungen überall in der Welt wachsen und teilweise Regierungen stellen, ist wichtig dass durch die Bestrafung von Tätern und die Entschädigung der Opfer deutlich gemacht wird:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

NS Verherrlichung stoppen!

8. Dezember 2019

In der Vergangenheit hat die FIR gezeigt, dass sie als Verband der ehemaligen Widerstandskämpferinnen und – kämpfer und jüngerer Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Lage ist, in den aktuellen historisch-politischen Diskurs einzugreifen und für Antifaschismus und Humanität einzutreten. Als internationaler Dachverband ist es außerdem ihre vornehmste Aufgabe die Solidarität unter den Mitgliedsorganisationen zu fördern.

Um das Band des Internationalismus noch enger zu knüpfen und praktische Solidarität zu üben soll die FIR folgendes beschließen:

  1. Alle Mitgliedsorganisationen werden dazu aufgerufen die antifaschistischen Proteste gegen diese Nazi-Aufmärsche zu unterstützen.
  2. Die FIR soll zu allen genannten Aufmärschen öffentliche Protestnoten an die jeweiligen nationalen Regierungen und örtlichen Bürgermeister verfassen und versenden.
  3. Gemeinsam entsenden wir Delegationen zur Unterstützung der Antifaschist*innen, besonders nach Budapest, Sofia und Bleiburg.

Begründung

Die Erinnerung an den Widerstand gegen den Faschismus und die Befreiung ist die gemeinsame Grundlage der FIR. 2020 jährt sich an vielen Orten in Europa die Befreiung zum 75. Mal. Während die Mitgliedsorganisationen der Mitgliedsverbände der FIR für das antifaschistische Erbe stehen, bemühen sich faschistische Organisationen wie das Blood & Honour Netzwerk die Geschichte neu-zuschreiben und die faschistische Niederlage in Siege umzudeuten.

Faschistische Gruppierungen und Netzwerke organisieren Veranstaltungen und Demonstrationen,  zur Glorifizierung des Faschismus und seiner schlimmsten Repräsentanten. Diese Events dienen einerseits der Vernetzung alter und neuer Faschisten und als Selbstbestätigung der NS-Szene nach Innen, andererseits sind sie Ausgangspunkt geschichtsrevisionistischer Bemühungen in ganz Europa. Gelegentlich sind die Grenzen zwischen diesen Aktivitäten der extremen Rechten und  Regierungspositionen fließend.

Im Folgenden findet sich ein Überblick über die größten und wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen dieser Art.

Budapest: Jedes Jahr im Februar kommen Nazis aus ganz Europa in Budapest zusammen und nehmen an Gedenken und Demonstration von Blood&Honour Ungarn teil. Dabei verherrlichen sie den gescheiterten Ausbruchsversuch faschistischer Truppen aus dem Kessel der Roten Armee vom Februar 1945. Über eintausend Neo-Nazis marschieren beim sogenannten „Tag der Ehre“ im Februar ungehindert, während die antifaschistischer Protest und progressive Zivilgesellschaft sich staatlicher Repression und Marginalisierung ausgesetzt sehen.

Sofia: Ebenfalls im Februar findet in Sofia seit einigen Jahren die Ehrung des fanatischen Antisemiten General Hristo Lukov statt. Seit seinem Tod am 13. Februar 1943 gilt er als Symbolfigur und Märtyrer bulgarischer Faschisten. Von den Medien weitgehend ignoriert nehmen über Tausend Neo-Nazis aus ganz Europa an der Glorifizierung des Kollaborateurs und Antisemiten teil. Mit einer Kundgebung vor der bulgarischen Botschaft in Berlin konnte 2019 erstmals Solidarität mit bulgarischen Antifaschisten Solidarität und mediale Aufmerksamkeit im bulgarischen Fernsehen erzeugt werden.

Riga: Jedes Jahr am 16. März findet in Riga die baltische Variante solcher NS-Verherrlichung statt. Ganz offiziell dient dieser „Tag der Legionäre“ der Erinnerung an ein gewonnenes Gefecht lettischer SS-Verbände am Ladoga See über die Rote Armee 1944. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Kirche werden Viktor Arajs und andere faschistische Schlächter gesegnet und geehrt. Nur eine kleine Minderheit lettischer Juden und russischsprachiger Menschen organisiert Proteste. Wie wichtig Solidarität ist, hat das Jahr 2014 gezeigt, in dem es durch die Teilnahme der FIR gelang auf die lettische Regierung Druck auszuüben, so dass diese sich gezwungen sah sich von der Veranstaltung zu distanzieren. In den Folgejahren gelang es immer wieder, durch gemeinsame Proteste vor diplomatischen Vertretungen Lettlands in mehreren Ländern mediale Aufmerksamkeit zu wecken und so Solidarität mit den lettischen Antifaschist*innen zu üben.

Bleiburg/Pliberk: Das größte faschistische Event ist das Gedenken an Ustaša Kämpfer in Bleiburg/Pliberk. Hier treffen sich auf dem Loibacher Feld bis zu 30.000 Neo-Nazis und kroatische Nationalisten. Sie erinnern an das sogenannte „Massaker von Bleiburg“, auch mit Unterstützung duch Teile der katholischen Kirche. Zentrales Element dieses Treffens im Mai ist die Verharmlosung der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit, die von den Ustaša Kämpfern und anderen Verbündeten Nazideutschlands begangen wurden.

Berlin: Seit einigen Jahren versuchen Neo-Nazis in Deutschland wieder Demonstrationen mit eindeutigem Bezug auf den historischen Faschismus zu etablieren. So gab es in den Jahren 2017 und 2018 aus dem Umfeld der NPD Demonstrationen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess in Berlin mit ca. 1000 Teilnehmern. Das Motto dieser Hess-Märsche war „Ich bereue nichts“. Dies ist ein Ausspruch von Rudolf Hess während der Nürnberger Prozesse, industrielle Massenvernichtung und Angriffskrieg werden durch ihn glorifiziert. Wenig verwunderlich fanden auch die Aufmärsche in Berlin stets unter Beteiligung international angereister Neo-Nazis statt.

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